Deutschland als Vorbild: Österreich holte für EM wichtige Tipps beim Nachbarland!

Marek: "Sie haben das wirklich vorbildlich gemacht"

Die Vorbereitungen auf die EM in Österreich und der Schweiz 2008 gehen jetzt richtig los: Insbesondere die Polizei konnte im WM-Nachbarland beobachten, wie eine risikoreiche Großveranstaltung ohne gröbere Zwischenfälle zu bewältigen ist. "Sie haben das wirklich vorbildlich gemacht", meinte Günther Marek, Leiter der nationalen Fußballinformationsstelle im Innenministerium, im Gespräch mit der APA. Aus Österreich sind 25 Beamte im Einsatz.

Ebenso wie Deutschland will Österreich bereits möglichst im Vorfeld in enger Kooperation mit den großen Fußball-Nationen der Welt Gefahren gleich im Vorfeld beseitigen. So können etwa "Problemfans" an der Einreise gehindert werden. Das geht Marek zufolge allerdings nicht mit allen Ländern gleich gut: "Mit England funktioniert es großartig, mit anderen weniger", so der Leiter der Fußballinformationsstelle.

An Ort und Stelle wird man in Österreich ebenso wie in Deutschland auf den "freundlichen Beamten" setzen. "Man kann viel dafür tun, dass Gewalt erst gar nicht aufkommt", sagte Marek. Selbst im Konfliktfall seien die Polizisten angewiesen, erst deeskalierend zu wirken, bevor durchgegriffen wird.

Dass es in Deutschland bisher kaum Übergriffe gegeben habe, hängt Marek zufolge auch damit zusammen, dass die WM sowohl von den Medien als auch von der Bevölkerung massiv unterstützt wird. "Das hat eher Volksfestcharakter", so der Leiter der nationalen Fußballinformationsstelle. Diese freundliche Stimmung sei auch ein Hauptgrund dafür gewesen, dass es selbst bei den "public viewing"-Arealen mit bis zu 60.000 Zusehern keine gröberen Zwischenfälle gegeben hat.

Völlige Sicherheit kann man aber selbstverständlich auch in Österreich nicht garantieren, so Marek. Gegen Einzeltäter - wie jener deutsche Autofahrer, der in eine Fangruppe gerast ist - können auch die besten Sicherheitskonzepte manchmal nichts ausrichten. Zudem habe es auch in Deutschland trotz der friedlichen Grundstimmung Ausschreitungen mit bis zu 450 Verhaftungen gegeben. "Das darf man nicht beschönigen", meinte de Leiter der nationalen Fußballinformationsstelle. (apa)