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Martin Amerell ist tot

65-jähriger Ex-Schiedsrichter in München gefunden. Bekannt durch Sex-Affäre.

Martin Amerell während des Verfahrens gegen ihn am Gericht in Stuttgart. © Bild: Reuters/Domanski

Er war an einem der undurchsichtigsten Skandale im deutschen Fußball beteiligt, jetzt ist Martin Amerell tot. Der frühere deutsche Bundesliga-Schiedsrichter ist nach ersten Erkenntnissen nicht durch Fremdverschulden oder Suizid gestorben. Wie die Münchner Polizei am Mittwoch bekanntgab, sollte eine Obduktion die Todesursache klären.

Mit den Ergebnissen dieser Untersuchung sei nicht vor Donnerstag zu rechnen, möglicherweise könne es aber auch noch länger dauern.

Todesursache noch unklar

Der "fortgeschrittene Verwesungszustand" des Leichnams würde die Obduktion erschweren, sagte der Münchner Kriminaldirektor Frank Hellwig. Außerdem wurde von der Polizei ein toxikologisches Gutachten in Auftrag gegeben. "In der Wohnung wurde nichts gefunden, was auf Suizid hindeutet", erklärte Hellwig bei einer Pressekonferenz. Ein Abschiedsbrief wurde nicht entdeckt.

Amerell war am Dienstagnachmittag in einer Wohnung im Münchner Stadtteil Neuhausen im Alter von 65 Jahren tot aufgefunden worden. Die Feuerwehr hatte sich nach Hinweisen eines Bekannten Amerells über eine Drehleiter Zugang zur Wohnung des ehemaligen Schiedsrichter-Sprechers verschafft.

Vorwurf des sexuellen Übergriffs

Der ehemalige FIFA-Referee Michael Kempter hatte Amerell sexuelle Übergriffe vorgeworfen. In einem gerichtlichen Vergleich zog er später jedoch seine in mehreren Interviews getätigte Aussage zurück, Amerell klar signalisiert zu haben, keine sexuellen Kontakte zu wollen. Er habe seine Ablehnung möglicherweise nicht ausreichend wahrnehmbar ausgedrückt, so Kempter. Amerell hatte sexuelle Übergriffe stets bestritten.

Während seiner aktiven Zeit pfiff er insgesamt 66 Bundesliga-Partien. Er beendete die Karriere nach der Leitung des Pokalfinals 1994 zwischen Werder Bremen und Rot-Weiß Essen.

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