Deutschland spielt nur 2:2-Unentschieden:
Nach 2:0 Führung noch zwei Tore kassiert

Joachim Löw bleibt trotz schlechtem Match ruhig Polen besiegt Albanien in EM-Testspiel mit 2:0

Deutschland spielt nur 2:2-Unentschieden:
Nach 2:0 Führung noch zwei Tore kassiert © Bild: Reuters/Bohlen

Das deutsche Nationalteam hat in seinem vorletzten Testspiel vor der EURO 2008 gegen Weißrussland nur ein 2:2 (2:0) geholt. Vor mehr als 47.000 Zuschauern in Kaiserslautern trafen für den Gruppengegner Österreichs Miroslav Klose (10./aus Abseitsposition) und Wladimir Korytko (20./Eigentor) zur scheinbar beruhigenden Pausenführung, die Gäste schafften aber nach dem Wechsel durch zwei Treffer von Witali Bulyga (61., 88.) völlig überraschend den Ausgleich.

"Die letzten 30 Minuten waren schon enttäuschend. Man muss aber sagen, dass wir in den vergangenen Tagen sehr hart trainiert haben und müde waren", meinte Teamchef Joachim Löw, der hinzufügte: "Bei der EM werden wir deutlich fitter sein, das verspreche ich." Die Deutschen, die in ihrem ersten EM-Match am 8. Juni in Klagenfurt auf Polen treffen, bestreiten am Samstag in Gelsenkirchen ihren letzten Test gegen Serbien. Am Mittwoch wird Teamchef Joachim Löw auf Mallorca seinen definitiven 23-Mann-Kader für die Endrunde bekanntgeben.

Für DFB-Tormann Jens Lehmann bedeutet der Bulyga-Doppelpack die ersten Gegentreffer im Nationalteam nach 681 Minuten. So lange wie der 38-Jährige war noch kein Goalie in der 100-jährigen Länderspiel-Geschichte des DFB ohne kassierten Treffer geblieben. Vor Bulyga hatte als letzter Spieler Frank Lampard die deutsche Nummer eins beim 2:1 der deutschen Mannschaft in London gegen England im vergangenen August bezwungen. Beim späten Ausgleich machte Lehmann keine allzu gute Figur.

Abwehr noch nicht sattelfest
Wie erwartet lief noch nicht alles rund im deutschen Team. Die Abwehr stand gegen die vom ehemaligen DDR-Auswahltrainer Bernd Stange betreuten Weißrussen nicht immer sattelfest, vor allem der verletzt gewesene Christoph Metzelder wirkte nach langer Pause noch nicht frisch und war noch weit von der EM-Form entfernt. Die mannschaftliche Geschlossenheit fehlte nach der bisherigen Vorbereitungszeit auf Mallorca noch. Spielzüge waren nur selten zu sehen. Die Akteure kämpften mehr mit ihrer eigenen Form.

Löw nutzte das Testspiel zum Experimentieren. Seine Anfangsformation bestand aus neun Spielern, die bei der WM 2006 zum Stamm zählten. Ergänzt wurde die Elf von Thomas Hitzelsperger und David Odonkor. Hitzelsperger musste auf die für ihn ungewohnt linke Abwehrseite, weil der Schalker Heiko Westermann kurzfristig zu seiner schwangeren Frau abgereist war. Spanien-Legionär Odonkor stand ebenso unter Beboachtung wie die zur zweiten Halbzeit eingewechselten Jermaine Jones und Marko Marin, der als 17. Debütant in der Löw-Ära auflief. Später wurden Oliver Neuville, Patrick Helmes und Piotr Trochowski noch auf den Prüfstand gestellt.

Polen besiegt Albanien
Die polnische Nationalmannschaft hat den vorletzten Test vor der EURO 2008 in Reutlingen gegen Albanien mit einem 1:0 abgeschlossen. Nach einer dürftigen Vorstellung gegen Mazedonien am Vortag (1:1) startete die bis auf den erst in der zweiten Spielhälfte eingewechselten Goalgetter Ebi Smolarek mit allen Stars angetretenen Polen blitzartig. Kapitän Maciej Zurawski sorgte vor 2.900 Zuschauern aus kurzer Distanz bereits nach drei Minuten für den schlussendlich entscheidenden Treffer.

Mit der frühen Führung im Rücken spielte Polens Elf mit dem Austrianer Jacek Bak in der Innenverteidigung die Führung schnörkellos über die Zeit. Trainer Leo Beenhakker vertraute auf ein 4-4-1-1, in dem der eingebürgerte Brasilianer Roger Guerreiro als hängende Spitze hinter Zurawski sein Länderspiel-Debüt für die "Kadra" gab. Der Offensivspieler hätte auch beinahe seinen ersten Treffer erzielt, nach Vorlage von Lobodzinski setzte Roger (14.) den Ball im Rutschen aber neben das Tor. Polens Innenverteidiger Zewlakow war zu diesem Zeitpunkt mit einer Oberschenkelzerrung bereits ausgetauscht worden.

Albanien, das mit Stürmer Hamdi Salihi (Ried) ebenfalls einen Österreich-Legionär in seinen Reihen hatte, hielt das Spiel zwar offen, richtig eingreifen musste Polens Schlussmann Fabianski jedoch nicht. Aus einer sicheren Defensive forcierte Polen das Spiel über die Flügel. Lewandowski (50./Stange) und Smolarek (58.) nach einem Stanglpass des agilen Flügelspielers Lobodzinski ließen beim zweiten Gruppengegner der österreichischen Mannschaft noch zwei gute Möglichkeiten ungenutzt. Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff löste Beenhakker seine Parade-Elf mit einem Dreifachwechsel endgültig auf.

(apa/red)

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