Deutscher Wahlkampf im Endspurt: "Wahl wird erst auf letzten Metern entschieden"

Steinmeier: "Wird nicht für Schwarz-Gelb reichen" Grüne werden "drei Tage & drei Nächte mobilisieren"

Deutscher Wahlkampf im Endspurt: "Wahl wird erst auf letzten Metern entschieden" © Bild: Reuters

Wenige Tage vor der deutschen Bundestagswahl haben die Parteien den Endspurt ihrer Kampagnen eingeläutet. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla startete am Donnerstag in Berlin eine 72-Stundenaktion zur Mobilisierung von Parteimitgliedern und Abgeordneten, wie die CDU mitteilte. "Die Bundestagswahl wird erst auf den letzten Metern entschieden, die Zahl der unentschlossenen Wähler ist nach wie vor sehr hoch", erklärte Pofalla. Nach den Umfragen ist offen, ob Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Wunsch-Koalition mit der FDP realisieren kann.

Auch die Chefin der Grünen, Claudia Roth, sagte dem Nachrichtensender N24, wenige Tage vor der Wahl sei "nichts entschieden und alles offen". Ein Drittel der Wähler wisse noch nicht, ob und wen sie wählen sollten. "Wir werden jetzt einfach drei Tage und drei Nächte nochmal mobilisieren."

Die Kanzlerin unterbrach am Donnerstag für zwei Tage ihren Wahlkampf. Sie flog zum G-20-Gipfel im amerikanischen Pittsburgh. Danach will sie bei mehreren Kundgebungen bis zum Samstag um eine Mehrheit für das angestrebte schwarz-gelbe Bündnis werben.

Steinmeier: "Kein Schwarz-Gelb"
SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sieht Chancen, dies zu verhindern. Er bekräftigte gegenüber dem "Spiegel" (Online): "Die Stimmung im Land hat sich gedreht." Es werde wieder nicht für Schwarz-Gelb reichen. Merkel werde danach in ihrer eigenen Partei in Bedrängnis geraten.

Steinmeier sagte erneut voraus, dass eine Koalition der Unions-Parteien mit der FDP für einen "Kahlschlag bei Rente und Gesundheit" stehe, weil nur so die "aberwitzigen" Pläne für Steuersenkungen zu finanzieren seien. Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin äußerte erneut Zweifel, dass die FDP bei ihrem Nein zu einem Regierungsbündnis mit SPD und Grünen bleibt.

Kuschelkurs der SPD kritisiert
Wenn es keine Mehrheit für CDU/CSU zusammen mit der FDP gibt, gilt eher eine Fortsetzung der Großen Koalition der Unions-Parteien mit der SPD unter Merkels Führung als wahrscheinlich. Roth kritisierte die SPD: "Eines geht auch nicht: dass die lieben Sozialdemokraten kuscheln und kuscheln und kuscheln - und sich lieber in die Große Koalition zurückkuscheln wollen."

Für den ehemaligen CDU-Kanzler Helmut Kohl wäre eine Große Koalition kein Unglück, sondern nur die zweitbeste Lösung. Die schwarz-rote Koalition wäre "wieder ein großer Kompromiss", sagte der 79-Jährige der "Bild"-Zeitung. "Und mit einem großen Kompromiss können Sie niemals das Potenzial eines Landes so ausschöpfen, wie es möglich ist, wenn Sie in einer Koalition regieren, in der die Parteien auf einem zumindest ähnlichen Wertefundament stehen."

(apa/red)

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Die letzten vier Jahre sprechen dafür, dass Deutschland von einer kompetenten Regierung geführt worden ist. Die Wirtschaftskrise ist global zu betrachten. Ich sehe die Zukunft Deutschlands in einer Koalition. Die Zusammenstellung entscheidet letztendlich der Wähler. Wer sich näher informierenmöchte...
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