Deutscher Sieg in der Nordischen Kombi: Kircheisen holt Sprint-Bewerb in Zakopane

Stecher belegt als bester Österreicher Rang vier Kreiner landet auf Platz sieben, Bieler wird Neunter

Nicht ganz nach Wunsch verlief die WM-Generalprobe der Nordischen Kombinierer am Wochenende für Österreichs Athleten. In der Fortsetzung des am Vortag nach dem 10 km-Langlauf (Massenstart) abgebrochenen Samstag-Bewerbs war ausgerechnet ÖSV-Debütant Alfred Rainer als Elfter bester Österreicher, im Sprintbewerb verpasste Mario Stecher nach ausgezeichneter Laufleistung als Vierter nur um 1,9 Sekunden das Podest.

Die Siege gingen im Massenstart an den Finnen Hannu Manninen, der auch die Weltcup-Gesamtführung von Bieler übernahm, sowie im Sprint an den deutschen Björn Kircheisen. Letzter sorgte für den ersten DSV-Sieg in der laufenden WM-Saison. Bieler ist damit in der Gesamtwertung hinter Manninen und Magnus Moan vorläufig nur noch Dritter, ihm fehlen 128 Zähler auf Manninen.

Im Anschluss an die beiden Bewerbe gab Cheftrainer Alexander Diess seine sechs Mann für die Nordischen Weltmeisterschaften in Sapporo (22.2. bis 4.3.) bekannt. Vorbehaltlich der Zustimmung des ÖSV-Präsidiums treten Felix Gottwald, Christoph Bieler, Mario Stecher, Michael und Bernhard Gruber sowie David Kreiner die Reise nach Japan an. Willi Denifl muss wie auch schon vor einem Jahr bei den Olympischen Spielen zuschauen.

"Die Resultate sprechen für sich, der Willi hat sein Potenzial leider nicht aufs Papier gebracht. Damit war er leider nur der siebentbeste. Mir blutet eh das Herz, in einer anderen Nation wären sie froh, wenn sie so einen sechsten Mann hätten", meinte Diess am Sonntag gegenüber der APA.

Das Ende der Erfolgsserie seiner Athleten, die heuer schon fünf Einzelsiege verbucht haben, vermochte Diess nicht besonders zu beunruhigen. "Wäre es der WM-Sprint gewesen, dann wären wir mit den Plätzen 4, 7 und 9 wohl unglücklich, weil wir keine Medaille haben. Aber mannschaftlich haben wir 5 unter den 15 und diese Leistung ist absolut in Ordnung."

Auch Stecher ärgerte sich nicht über den verpassten Podestplatz, sondern freute sich über Rang vier. "Mir taugt's voll, jetzt bin ich wieder heraußen aus dem Morast", spielte der Steirer auf zuletzt schwächere Rennen seinerseits an. "Ich habe mir selbst und allen anderen bewiesen, dass ich einer der Schnellsten sein kann." Bieler, der am Vortag einen langsamen Ski erwischte und als 40. in der Fortsetzung des Massenstartbewerbs chancenlos war und daher auch ohne Punkte blieb, rehabilitierte sich im Sprintbewerb mit Rang 9. David Kreiner rechtfertigte seine WM-Nominierung mit Rang 7 im Sprint.

Felix Gottwald, 12. im ersten und 15. im zweiten Bewerb, gab an, nach einer intensiven Trainingsphase schon im Hinblick auf Sapporo etwas müde gewesen zu sein. "Ich habe sehr viel trainiert nach der Pause von Harrachov. Das habe ich hier gespürt, aber es war richtig im Hinblick auf Sapporo."

Für die Titelkämpfe hat sich auf Grund der letzten Entwicklung der Kreis der Medaillenanwärter wohl etwas erweitert. "Es ist vielleicht eh ganz gut vor der WM, wenn die Favoritenrolle ein bisserl abwandert. Die Leute sind alle ganz dicht beieinander", meinte Diess.

Für die Athleten geht es nun nach Hause, wo vorerst individuell trainiert wird. Eventuell soll am 10. oder 11. Februar noch ein mehrtägiges Training in Oberstdorf absolviert werden. Schon davor muss der Container für Japan eingepackt werden, der schon vorab nach Asien geschickt wird. Die Athleten selbst treten die Reise zu den Weltmeisterschaften am 17. Februar an.

(apa/red)