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Deutscher Handelsriese
Metro vor Aufspaltung

Einst größter deutscher Handelskonzern will sich in zwei Unternehmen aufspalten

Der Handelsriese Metro will sich aufspalten und damit nach Jahren der Stagnation wieder wachsen. Konzernchef Olaf Koch warb auf der Hauptversammlung am Montag in Düsseldorf um die Zustimmung der Aktionäre für den großen Schritt. Die Aufteilung von Metro soll nach seinen Worten das Wachstum beschleunigen, mehr Börsenwert bringen und Partnerschaften sowie Zukäufe erleichtern.

Die Strategien der beiden Unternehmen seien inzwischen "so unterschiedlich, wie sie nur seien können", sagte Koch. Deshalb mache es keinen Sinn, sie weiter unter einem Dach zusammenzuhalten.

Koch strebt bis Mitte des Jahres die Aufspaltung von Metro in zwei selbstständige Unternehmen an: einen Lebensmittelspezialisten, zu dem neben den Metro-Großmärkten auch die Real-Supermärkte gehören, und einen Elektronikhändler mit dem neuen Kunstnamen Ceconomy, unter dessen Dach die Ketten Media Markt und Saturn agieren sollen. Die Zustimmung der Aktionärsversammlung zu dem seit Monaten mit großem Aufwand vorbereiteten Schritt gilt als sicher. Große Investoren hatten bereits ihre Zustimmung signalisiert.

Auf der Hauptversammlung stießen die Pläne größtenteils auf Zustimmung. Alexander Elsmann von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) betonte, die Metro habe in der Vergangenheit, "alles versucht, was man im Handel versuchen kann". Doch dies habe das Wachstum nicht ankurbeln können. "Die Aufspaltung ist die logische Konsequenz", meinte der Aktionärsvertreter.

Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sprach von einem "Befreiungsschlag". Sie hoffe, dass damit die Jahre der endlosen Restrukturierung bei der Metro ein Ende fänden. "Es wird kein Schnellstart sein, eher ein Start mit angezogener Handbremse." Die Feinabstimmung beider Gesellschaften werde einige Zeit dauern. Dennoch begrüßte sie den Schritt. "Wir haben endlich mal wieder eine Perspektive."

Doch gab es auch kritische Stimmen. Einer der Aktionäre kritisierte, bei der rund 100 Mio. Euro teuren Aufspaltung handle es sich um ein "ökonomisches Nullsummenspiel", von dem nur Berater und Führungskräfte profitierten.

Metro schrumpft seit Jahren. Immer wieder wurden große Konzernteile verkauft - wie die Warenhäuser Galeria Kaufhof oder das Auslandsgeschäft der Supermarktkette Real. Metro verlor daher den inoffiziellen Titel des größten deutschen Handelskonzerns und musste den Platz in der höchsten Börsenliga, dem DAX, räumen. Die Aufspaltung soll nun neuen Schwung bringen.

Die neue Metro kommt den Planungen zufolge künftig auf einen Umsatz von rund 37 Mrd. Euro, führen wird sie der jetzige Konzernchef Olaf Koch. Media-Saturn-Chef Pieter Haas soll Ceconomy leiten. Metro erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016/16 einen Erlös von rund 22 Mrd. Euro.

Metro hatte erst am Freitag vergangener Woche die Zahlen für das wichtige Schlussquartal vorgelegt. Dabei gingen Umsatz und Gewinn trotz Weihnachtsgeschäft binnen Jahresfrist leicht zurück.

Aktionärsvertreter betonten denn auch, die Trennung allein reiche allein nicht aus, "um die Dauerbaustellen bei der Metro zu beseitigen". Nach wie vor schwächele der Großhandel in Deutschland. Das größte Sorgenkind sei jedoch wie gehabt die Supermarktkette Real. Hier stelle sich die Frage, ob Real überhaupt zu retten sei.

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