Deutscher Doppelsieg bei der Langlauf- Verfolgung: Teichmann siegt vor Angerer

Eder - einziger ÖSV-Starter - gab nach 12 km auf Zahlreiche Stürze: Trainer wollen Loipe entschärfen

Deutscher Doppelsieg bei der Langlauf- Verfolgung: Teichmann siegt vor Angerer

Axel Teichmann und Tobias Angerer haben in der Langlauf-Verfolgung bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Sapporo für einen deutschen Doppelsieg gesorgt. Teichmann setzte sich nach 15 Kilometern in der klassischen Technik und 15 Kilometern Skating 0,5 Sekunden vor seinem Teamkollegen und 0,9 vor dem Italiener Pietro Piller Cottrer durch und sicherte sich seinen zweiten WM-Titel nach 2003 (15 km klassisch). Johannes Eder, Österreichs einziger Teilnehmer, gab bei seinem Comeback nach einjähriger Dopingsperre nach rund zwölf Kilometern auf.

Der zurückhaltende Teichmann durfte sich nach langer Durststrecke wieder freuen, auch wenn es ihm kaum anzumerken war. Der 27-Jährige aus Thüringen war vor seiner Heim-WM in Oberstdorf 2005 krank gewesen und hatte im Vorjahr die Olympischen Spiele wegen einer Haarwurzelentzündung im Oberschenkel verpasst. Nun widmete er seinen Sieg auch seiner Freundin, die ihn in schwierigen Zeiten immer wieder aufgemuntert hatte. "Ich habe Kräfte für den Endspurt gespart und war einen kleinen Tick besser", erklärte der Ex-Weltcupsieger.

Angerer gönnte seinem Landsmann den Sieg. "Er hat so viel Pech gehabt. Ich freue mich fast mehr über seinen Erfolg als über meine Medaille", meinte der Weltcupsieger und Gewinner der Tour de Ski. Pech im Finish hatte der sprintstarke Norweger Petter Northug, der in der fünfköpfigen Spitzengruppe auf der Zielgeraden aus eigenem Verschulden stürzte und hinter dem Deutschen Jens Filbrich (+3,2) mit 8,2 Sekunden Rückstand nur Fünfter wurde. Im Teamsprint am Vortag hatte ihn ein Sturz seines Partners Tor Arne Hetland um eine Medaillenchance gebracht.

Eder verausgabte sich bei Aufholjagd
Der Salzburger Eder hatte sich viel vorgenommen. Nachdem er nur vom 89. und letzten Platz ins Rennen gegangen war, überholte er auf der ersten Runde etwa 40 Konkurrenten. Auf dem zweiten Abschnitt wurde der 27-Jährige in einen der Massenstürze in einer Abfahrt verwickelt und verausgabte sich bei der folgenden Aufholjagd völlig. Eder fand sich schließlich mit drei Chinesen um Rang 60, ohne Chance auf eine klare Verbesserung, und stieg entnervt aus.

Zahlreiche Stürze
Eine besonders prekäre Stelle in einer Abfahrt löste zahlreiche Stürze aus und führte zu Kritik der Trainer. "Dieser Streckenteil muss entschärft werden, das werden wir in der Mannschaftsführersitzung einfordern", meinte ÖSV-Trainer Franz Gattermann. Die lange Liste der Ausfälle sei zum erheblichen Teil auf Materialbruch, Stürze und Verletzungen zurückzuführen.

Betroffen war auch der mit den Österreichern trainierende Liechtensteiner Markus Hasler, der eine Schulterluxation erlitt. "Erst nach einer halben Stunde gelang es, eine Decke zu bekommen und erst nach Rennende, eine Stunde später, ist er ins Spital gebracht worden", schilderte Gattermann, der bei der Erstversorgung Haslers dabei war.

Ergebnis:
1. Axel Teichmann (GER) 1:1:35,8 Stunden
2. Tobias Angerer (GER) +0,5 Sekunden
3. Pietro Piller Cottrer (ITA) 0,9
4. Jens Filbrich (GER) +3,2
5. Petter Northug (NOR) +8,2
6. Alexander Legkow (RUS) +9,5
7. Lukas Bauer (CZE) +15,5
8. Anders Södergren (SWE) +15,8
9. Toni Livers (SUI) +15,9
10. Vincent Vittoz (FRA) +16,6

Aufgegeben u.a.: Johannes Eder (AUT)

(apa/red)