Deutscher von CIA verschleppt: Haftbefehle
gegen mehrere Geheimdienst-Mitarbeiter

El Masri mit Terrorist verwechselt und entführt Verdacht der Freiheitsberaubung & Körperverletzung

Deutscher von CIA verschleppt: Haftbefehle
gegen mehrere Geheimdienst-Mitarbeiter

Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehle gegen 13 mutmaßliche CIA-Agenten erwirkt, die den Deutsch-Libanesen Khaled el-Masri entführt haben sollen. Es bestehe der dringende Verdacht, dass die Beschuldigten an der Entführung beteiligt gewesen seien, erklärte die deutsche Justiz. Das Gericht habe Haftbefehl wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung und der gefährlichen Körperverletzung erlassen.

Die wahre Identität der Beschuldigten steht den Angaben zufolge noch nicht fest. Bei den in den Haftbefehlen aufgeführten Personalien handelt es sich nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft um Tarnidentitäten von CIA-Agenten. Die weiteren Ermittlungen konzentrierten sich deshalb vor allem darauf, die so genannten Klarnamen herauszufinden.

Nach einem Bericht des NDR-TV-Magazins "Panorama" leben die meisten der Beschuldigten im US-Bundesstaat North Carolina. Den Münchner Ermittlern seien mehrere Klarnamen bereits bekannt. Eine Festnahme dürfte sich dennoch schwierig gestalten, weil der deutsche Haftbefehl in den Vereinigten Staaten keine Gültigkeit besitzt und die amerikanische Justiz bisher Hilfe ablehne.

El-Masri war im Dezember 2003 von den USA in Mazedonien entführt worden. Er wurde nach eigenen Angaben in Afghanistan misshandelt und fünf Monate später schließlich in Albanien ausgesetzt.

Den Verdächtigen kamen die Ermittler anhand einer Namensliste auf die Spur, die el-Masris Anwalt im Dezember 2005 der Staatsanwaltschaft geschickt hatte. Darauf waren die Namen von Personen aufgeführt, die el-Masri als Flugzeugbesatzung von Mazedonien nach Afghanistan geflogen haben sollen. Die Liste habe ein spanischer Journalist zusammengestellt. Mit Hilfe der spanischen Behörden seien 2006 erstmals konkrete Personen ermittelt worden.(apa/red)