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Deutscher Bundestag
beschließt "Ehe für alle"

Mehrheit der Abgeordneten für völlige rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare

Zwei Männer geben sich bei der Hochzeit das Ja-Wort © Bild: iStockphoto.com

Mit einer historischen Entscheidung hat der Deutsche Bundestag am Freitag Ja zur "Ehe für alle" gesagt. Bei 623 abgegebenen Stimmen sprach sich eine Mehrheit von 393 Abgeordneten für eine völlige rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare aus. 226 Abgeordnete waren dagegen, wie Bundestagpräsident Norbert Lammert (CDU) mitteilte. Es gab vier Enthaltungen.

Stilisierte Europakarte mit Ländern eingefärbt nach rechtlicher Situation gleichgeschlechtlicher Partnerschaften
© APA/Rainer Waxmann

Lesben- und Schwulenverband begrüßt Votum zur "Ehe für alle"

Homosexuellenaktivisten haben die Entscheidung des Deutschen Bundestags zur Einführung der Ehe für alle begrüßt. "Endlich werden homosexuelle Paare in Deutschland gleich behandelt", erklärte der Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg, Jörg Steinert, am Freitag in Berlin.

»Die Blockade einer reaktionären Minderheit in Gesellschaft und Parlament konnte überwunden werden.«

Der Bundestagsbeschluss sei "historisch und für das Selbstverständnis von Deutschland als demokratischer Rechtsstaat bedeutsam". "Gleichgeschlechtliche Paare müssen sich nicht mehr ständig wegen Grundrechtsverletzungen an das Bundesverfassungsgericht wenden", erklärte Steinert und fügte hinzu: "Die Blockade einer reaktionären Minderheit in Gesellschaft und Parlament konnte durch eine längst überfällige Gewissensentscheidung überwunden werden."

SPD, Linkspartei und Grüne verfügen gemeinsam nur über 320 Sitze im Bundestag. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte das Votum zur Gewissensentscheidung erklärt und den Unionsabgeordneten ihre Entscheidung freigestellt.

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