Deutsche lösen Ticket für WM in Südafrika:
Knapper 1:0-Sieg stürzt Russen ins Unglück

Auch Italien und Dänemark buchen ihre WM-Tickets Türkei, Kroatien und Tschechien wohl nur Zuschauer

Deutsche lösen Ticket für WM in Südafrika:
Knapper 1:0-Sieg stürzt Russen ins Unglück © Bild: AP/Sekretarev

Mit Weltmeister Italien, Deutschland, Dänemark und Serbien haben sich vier weitere europäische Teams fix für die Fußball-WM 2010 in Südafrika qualifiziert. Davor waren aus Europa bereits Europameister Spanien, England und die Niederlande als WM-Teilnehmer festgestanden. Damit geht es am Mittwoch nur noch in zwei Gruppen um den Gruppensieg - und im Großteil der weiteren um Platz zwei, der zur Barrage berechtigt.

Die Deutschen setzten sich im großen Schlager der Gruppe 4 in Moskau gegen Russland dank eines Tores von Miroslav Klose (35.) mit 1:0 (1:0) durch und sind damit nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Dabei benötigten die Deutschen, die weiterhin kein einziges Auswärtsspiel in einer WM-Qualifikation verloren haben, vor 75.000 Zuschauern im Luschniki-Stadion auch Glück - und einen herausragenden Torhüter. Rene Adler, Ersatzmann für den erkrankten Stammkeeper Robert Enke, machte gleich mehrere Großchancen zunichte - darunter eine von Wladimir Bystrow (30.) beim Stand von 0:0 nach Traumpass von Russlands Topstar Andrej Arschawin (30.).

Auf der Gegenseite machte es Bayern-Stürmer Klose besser, schloss eine herrliche Kombination über Lukas Podolski und Mesut Özil mit seinem 48. Länderspiel-Tor, dem siebenten der laufenden Quali, ab. Nach Seitenwechsel drückte Russland vergeblich auf den Ausgleich, die größten Möglichkeiten fanden Arschawin durch zwei Schüsse (53., 55.) sowie der eingewechselte Pawel Pogrebnjak vor, dessen Versuch Leverkusen-Keeper Adler mit Glück vereitelte (81.).

Mit Glück und Zittern zum Sieg
Nachdem Teamdebütant Jerome Boateng nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz gestellt worden war (69.), waren die Deutschen nur noch in die Defensive gedrängt. Zudem wurde Russland nach Foul von Arne Friedrich an Bystrow vom Schweizer Referee Massimo Busacca ein klarer Elfmeter vorenthalten (88.). Die Russen müssen damit nach zwei knappen Niederlagen gegen Deutschland im Play-off der Gruppenzweiten um ihr WM-Ticket zittern.

"Selbstverständlich hatten wir in einigen Situationen Glück", gestand Deutschlands Teamchef Joachim Löw. "Aber wir haben die Mannschaft von Beginn an auf Sieg eingestellt. Ich habe gespürt, dass jeder dieses Sieger-Gen hat." Ein Gen, das die Deutschen zu jeder WM-Endrunde seit 1954 geführt hat. In der laufenden Quali hat der dreifache Weltmeister bisher nur in Finnland Punkte abgegeben (3:3). Die Finnen sind am Mittwoch in Hamburg auch Abschlussgegner.

Ukraine auf Play-off-Kurs
Die bereits fix für die WM-Endrunde in Südafrika qualifizierte englische Fußball-Nationalmannschaft hat in der Ukraine mit 0:1 verloren. Durch die "Schützenhilfe" von Wayne Rooney und Co. haben die siegreichen Gastgeber in der Gruppe 6 einen Play-off-Platz fast sicher, da sie zum Abschluss am Mittwoch beim punktelosen Schlusslicht Andorra vor einer leichten Aufgabe stehen. Schlecht sieht es deshalb nun für die einen Punkt hinter der Ukraine liegenden Kroaten aus, für die wohl auch ein Sieg in Kasachstan zu wenig sein wird.

Nasarenko erzielte den entscheidenden Treffer für die Ukrainer in der 29. Minute. Zu diesem Zeitpunkt hatte Torhüter Robert Green (14.) aufseiten der Engländer bereits die Rote Karte gesehen und Andrej Schewtschenko (16.) nicht vom Elfmeterpunkt getroffen.

Schweiz siegt gegen Luxemburg
Keine Blöße gab sich die Schweiz in Luxemburg. Senderos (6., 8.) mit einem schnellen Doppelpack und Huggel (22.) machten schon vor der Pause den 3:0-Auswärtssieg für den Gruppe-2-Tabellenführer perfekt. In der Gruppe 5 sicherte sich Bosnien-Herzegowina mit Sturm-Graz-Offensivspieler Samir Muratovic (bis zur 86. Minute) sowie ohne dem auf der Bank sitzenden Salzburger Admir Vladavic mit einem 2:0-Sieg in Estland Rang zwei und einen Play-off-Platz. Der bereits fix qualifizierte Europameister Spanien feierte in Armenien einen hartumkämpften 2:1-Sieg.

Italien musste zittern
Italien musste um seinen direkten Einzug Zeit zittern. Alberto Gilardino erzielte gegen Irland erst in der 90. Minute den erlösenden Ausgleich zum 2:2. Sean St. Ledger hatte die von Italiens Ex-Teamchef Giovanni Trapattoni betreuten Iren, die als Zweiter zumindest einen Play-off sicher haben, nur drei Minuten davor zum zweiten Mal in Führung gebracht.

Dänemark siegt gegen Schweden
Dänemark buchte das WM-Ticket dank eines Goldtores von Jakob Poulsen (79.) mit einem 1:0 im skandinavischen Topduell gegen Schweden. Durch die Niederlage der Schweden bleibt auch Portugal nach dem 3:0-Heimsieg gegen Ungarn in Gruppe 1 weiter im Rennen um einen Play-off-Platz.

Erleichterung in Portugal
Portugal hat seinen Kopf in der europäischen WM-Qualifikation aus der Schlinge gezogen - auch dank Schützenhilfe aus Dänemark. Während sich die Dänen mit einem 1:0 gegen Schweden das WM-Ticket sicherten, haben die Portugiesen die besten Chancen auf Platz zwei, der zum Play-off berechtigt. Dem Ensemble reicht dafür im letzten Spiel ein Heimsieg gegen Malta.

"Wir haben es wieder selbst in der Hand. Das ist das Wichtigste", erklärte Simao. Der Offensivspieler von Atletico Madrid führte die Portugiesen mit einem Doppelpack (18., 79.) zu einem vitalen 3:0-Sieg gegen Ungarn. Den dritten Treffer erzielte der eingebürgerte Brasilianer Liedson (74.). Weltfußballer Ronaldo dagegen musste nach Vorarbeit zum 1:0 wegen seiner Knöchelprobleme ausgetauscht werden (27.) und wird gegen Malta fehlen.

(apa/red)