Deutsche & Niederländer suchen Ursprung der Welt: System quer über Europa installiert

Radioteleskop soll Daten aus Universum gewinnen Entdeckung von bis zu 100 Millionen neuer Galaxien?

Mit einem besonders leistungsfähigen Radioteleskop gehen Wissenschafter aus Deutschland und den Niederlanden auf die Suche nach dem Ursprung der Welt. Das Teleskopsystem LOFAR, dessen Antennensystem sich künftig quer durch Europa erstrecken wird, soll Daten aus den entferntesten Winkeln des Universums gewinnen.

Diese Daten werden in einem niederländischen Supercomputer und dem neuen Höchstleistungsrechner des deutschen Forschungszentrums Jülich ausgewertet.

Für das ungewöhnliche Teleskopsystem werden bis etwa 2008 zahlreiche kleine Antennen zwischen Mittelfrankreich, Schweden und Polen zusammengeschaltet. Sie sollen Radioimpulse auffangen, die bis etwa eine Milliarde Jahre an den Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren heranreichen. Außerdem sei mit der Entdeckung von bis zu 100 Millionen neuer Galaxien zu rechnen, sagten die LOFAR-Wissenschafter aus Dwingeloo in den Niederlanden.

Die kleinen Antennen lieferten nicht nur bessere Daten in höherer Auflösung als herkömmliche Radioteleskope. Anders als diese üblichen Teleskope blicke das vernetzte LOFAR-System nicht nur in eine Richtung, sondern könne gleichzeitig den ganzen Himmel im Blick behalten.
(apa)