Deutsche Liga im Kaufrausch: Transfer- Rekord dürfte in diesem Sommer fallen

Allein Bayern gab heuer fast 70 Millionen Euro aus Mit Sand und Harnik zwei neue Österreicher dabei

Die deutsche Fußball-Bundesliga befindet sich im Kaufrausch. Ein Jahr nach der Heim-WM steht man mehr als einen Monat vor dem Auftakt am 10. August vor einem neuen Transfer-Rekord. Die 18 Clubs investierten nach Erhebungen der Deutschen Presse-Agentur dpa bisher 135,18 Millionen Euro in 124 neue Spieler. Vor der Saison 2001/02 hatten die Transferausgaben mit rund 147 Millionen Euro die nach wie vor geltende Höchstmarke erreicht.

Als Großinvestor präsentierte sich Bayern München. Der Absturz auf Rang vier der vergangenen Meisterschaft und somit in den UEFA-Cup ließ Bayern-Manager Uli Hoeneß so tief in die Schatulle greifen wie nie zuvor. Hoeneß durfte für 69,2 Millionen Euro auf Shopping-Tour gehen. Ebenfalls im zweistelligen Millionen-Bereich liegen Bayer Leverkusen (13,1) und der VfL Wolfsburg (12,15). Den Ausgaben von 135,18 Millionen Euro stehen aktuell Einnahmen von 86,755 Millionen Euro gegenüber.

Unter den Neuzugängen des VfL Bochum befindet sich mit Marc Sand ein Österreicher, der für kolportierte 300.000 Euro von Kärnten geholt wurde. Bei Werder Bremen rückte der derzeit für Österreich bei der U20-WM in Kanada engagierte Martin Harnik in die Kampfmannschaft auf, Aufsteiger MSV Duisburg verstärkte sich u.a. mit Christian Tiffert von Red Bull Salzburg, das dafür 600.000 Euro kassiert haben soll.

"Es ist zum Schluss ein richtiges Jagdfieber entstanden", beschrieb Hoeneß seine erfolgreichen Bemühungen, nationale und internationale Top-Stars an die Säbener Straße zu holen. Allein für Franck Ribery (Olympique Marseille) zahlten die Münchner 25 Millionen Euro. Für den italienischen Weltmeister Luca Toni (Fiorentina) und Marcell Jansen (Mönchengladbach) waren es je elf Millionen, für WM-Torschützenkönig Miroslav Klose (Werder Bremen) 15 Millionen. Eine Erfolgsgarantie, das weiß Hoeneß, sind diese Ausgaben nicht. Aber der Bayern-Macher ist "zum ersten Mal seit langem richtig gespannt auf die neue Saison. Es ist so eine Aufbruchstimmung entstanden".

Der deutsche Meister VfB Stuttgart übte sich in schwäbischer Zurückhaltung und gab lediglich 2,3 Millionen Euro für den neuen Torhüter Raphael Schäfer (Nürnberg) aus. Der vom VfB im Saisonfinale 2006/07 noch abgefangene FC Schalke 04 machte bis dato 5,7 Millionen Euro locker.

(apa/red)