Deutsche Bundesliga von

Mandzukic oder Gomez?

Mit 6 Toren in 6 Spielen wird der Kroate zur großen Gefahr für den Sturmkonkurrenten

Mandzukic und Shaqiri feiern ein Bayern-Tor bei Werder Bremen © Bild: Reuters/Bimmer

Die Frage schien Jupp Heynckes eher zu amüsieren. Ob ihm angesichts der phänomenalen Treffer-Quote von Mario Mandzukic und der bevorstehenden Rückkehr von Top-Torjäger Mario Gomez Böses schwane, wurde der Bayern-Coach nach dem 2:0-Sieg gegen Werder Bremen in der deutschen Fußball-Bundesliga gefragt. Heynckes antwortete nach kurzer Bedenkzeit mit einer Gegenfrage: "Böses?" Und dann schob er nach: "Mir nicht, vielleicht dem ein oder anderen Spieler."

Das könnte möglicherweise für Gomez gelten, für Mandzukic wohl weniger. Mit dem sechsten Tor im sechsten Spiel demonstrierte der aus Wolfsburg transferierte Kroate seine derzeitige Topform. Claudio Pizarro, der bei seiner Rückkehr nach Bremen zunächst von Beginn an gespielt hatte, kann da nicht mithalten. In der derzeitigen Verfassung kann Mandzukic die Gomez-Rückkehr gelassen abwarten.

Dass Mandzukic demnächst durch Gomez mehr Konkurrenz als durch Pizarro bekommen könnte, ist Heynckes recht. "Das ist natürlich das, was sich jeder Trainer wünscht, dass er Alternativen hat", sagte der Bayern-Coach. Aber auch Pizarro, der von der Werder-Geschäftsführung einen verspäteten Abschied mit Blumen und Applaus von beiden Fan-Lagern erhielt, hat der Coach noch nicht abgeschrieben: "Das ist ein Klassespieler - er wird seine Tore noch machen."

Vor dem Match war der Bayern-Mannschaftsbus im Fokus gestanden. Unbekannte hatten in der Nacht auf Samstag eines der Nummernschilder vom Bus des Rekordmeisters gestohlen. Die Bremer Polizei sorgte aber für schnelle Hilfe und begleitete das nicht ganz regelkonforme Gefährt zum Weserstadion. Bereits bei der Abfahrt aus Bremen war ein neues Nummernschild montiert.

Bremen mit Finanzsorgen
Ganz andere Probleme hat Werder Bremen. Erstmals seit längerer Zeit muss der Verein seinen Mitgliedern auf der nächsten Jahreshauptversammlung rote Zahlen präsentieren. "Wir werden dieses Jahr einen erheblichen Verlust haben, nachdem wir über sieben Jahre schwarze Zahlen geschrieben haben", erklärte Clubchef Klaus Allofs im TV-Sender Sport1. Zu der genauen Höhe des Verlusts machte er keine Angaben.

Für Allofs ist die negative Entwicklung beim Arbeitgeber der Österreicher Sebastian Prödl, Zlatko Junuzovic und Marko Arnautovic nachvollziehbar. Werder hat zum zweiten Mal in Folge die Qualifikation für einen Europacup-Wettbewerb verpasst. Zuvor war der Club Stammgast in der lukrativen Champions League gewesen. Ob Werder wieder in die Gewinnzone kommen kann, hänge auch von der sportlichen Entwicklung ab. Trotz der roten Zahlen sei der Verein dank seines Vermögens weiterhin gut aufgestellt. "Wir sind weit davon entfernt, pleite zu sein", betonte Allofs.

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