Deutsche von Aggressivität des ÖFB-Teams
überrascht: "Haben Österreich unterschätzt"

"Österreich hat sehr aggressiv und mit Herz gespielt" Podolski: 'Muss bei EM auch auf Österreich aufpassen'

Deutsche von Aggressivität des ÖFB-Teams
überrascht: "Haben Österreich unterschätzt" © Bild: Reuters/Grimm

Im Lager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft war man sich trotz des 3:0-Siegs im Testspiel gegen Österreich bewusst, dass der EURO-Gastgeber bei der Endrunde im Juni ein ernstzunehmender Gegner sein wird. "Es war klar, dass Österreich vor eigenem Publikum alles in die Waagschale wirft, was möglich ist. Am 16. Juni wird noch eine ganz andere Power im Spiel sein", warnte DFB-Teamchef Joachim Löw.

Der dreifache Welt- und Europameister stand im 799. DFB-Länderspiel gegen die Elf von Coach Josef Hickersberger in der ersten Hälfte auf verlorenem Posten und geriet nur aufgrund des Unvermögens der österreichischen Offensivspieler nicht in Rückstand. "Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht wider. Wir können von Glück reden, dass wir nicht mit 0:1 in die Pause gegangen sind", sprachen 2:0-Torschütze Miroslav Klose und Löw unisono.

Seine Mannschaft, die erstmals seit dem 24. März 2007 wieder von Chelsea-Legionär Michael Ballack aufs Feld geführt wurde, war vor der Pause nicht in der Lage, Ruhe ins Spiel zu bringen. "Wir haben viele Fehler gemacht im Spielaufbau, in der Organisation und Abstimmung sowie auf den Positionen. Außerdem haben wir Dynamik, Tempo und Laufbereitschaft vermissen lassen", ärgerte sich der DFB-Coach. Nach dem Seitenwechsel habe seine Mannschaft mehr Engagement gezeigt. "Das Tor von Hitzlsperger war ein Signal, das Spiel zu gewinnen", meinte Löw.

Kräfte besser eingeteilt
Kritik übte der Trainer aber nicht nur an der Leistung in der ersten Hälfte: "Wir waren auch nach der Führung fahrlässig". Teammanager Oliver Bierhoff war von der starken Vorstellung der Österreicher vor der Pause doch etwas überrascht. "Sie haben sehr aggressiv und mit Herz gespielt, wir konnten dem nichts entgegensetzen". Man habe sich allerdings die Kräfte besser eingeteilt und das Spiel am Ende doch noch souverän gewonnen. "In Richtung EM müssen wir aber zulegen, es war gut zu sehen, dass keine Mannschaft zu unterschätzen ist", sagte der Ex-Salzburg-Stürmer.

Der WM-Dritte hatte Andreas Ivanschitz und Co. sicherlich nicht so stark erwartet. Das gab auch Ballack nach der Partie zu. "Wir haben Österreich unterschätzt, und das haben wir zu spüren bekommen", so der aufgrund von Wadenproblemen nicht hundertprozentig fitte MIttelfeld-Regisseur. Sein Bayern-Teamkollege Bastian Schweinsteiger war vor allem von der Zweikampfstärke der "Ösis" überrascht. "Nach der Pause haben wir umgestellt, die Duelle mehr angenommen und Gott sei Dank die Tore gemacht. Für die EM bedeutet der Sieg aber gar nichts".

Deutsche gewarnt
Für das EURO-Vorrundenduell mit Österreich am 16. Juni ebenfalls in Wien sind die Deutschen jetzt jedenfalls gewarnt. "Jetzt wird auch dem Letzten klar sein, dass wir Österreich bei der EM nicht im Vorbeigehen besiegen werden", sagte DFB-Tormanntrainer Andreas Köpke. Und Bayerns Stürmer Lukas Podolski fügte hinzu: "Wir man heute gesehen hat, muss man bei der EM auch auf die Österreicher aufpassen".

Die Deutschen konnten sich im Abschluss jedenfalls im Gegensatz zur ÖFB-Elf auf die Stürmer verlassen. Der sonst farblose Miroslav Klose sorgte nach dem Führungstreffer von Thomas Hitzlsperger ("Wir müssen ehrlich zugeben, dass das Ergebnis in der Höhe unverdient ist") nach einem Ballack-Zuspiel für die Vorentscheidung und zog mit seinem 37. Treffer im Nationaltrikot in der ewigen DFB-Torschützenliste mit Bierhoff auf Rang sieben gleich. Dazu sorgte der eingewechselte Stuttgart-Angreifer Mario Gomez mit dem 3:0 für den Schlusspunkt.
(APA/red)

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