Deutsche, die wir einfach lieben!

EURO 2008: Ösis gegen die Piefkes

Deutsche, die wir einfach lieben! © Bild: NEWS/Zach-Kiesling

Euro ’08: Ösis gegen Piefkes. Wer am Ende siegt, ist Frage der Perspektive.

Es ist ansteckend. Das Euro-Fußballfieber. Eine tückische Krankheit. Infizierte Österreicher müssen mit wechselnden Schüben nationaler Selbstüberschätzung und kollektiven Scham­attacken rechnen. Höhepunkt der Epidemie: das Aufeinandertreffen von Österreich und Deutschland am 16. Juni. Experten warnen vor Zuständen am Rande des Herz-Zickzacks – Stichwort: „I wer’ narrisch!“ – oder dem Rückfall in absolute Fußball-Agonie. Je nach Spielverlauf.

Córdoba-Syndrom. Beim „Córdoba“-Revival bilden hierzulande lebende Auslandsdeutsche eine besondere Risikogruppe. „Nichts trennt Deutsche und Österreicher so sehr wie die gemeinsame Sprache“, sinniert Uwe Kröger. Ein kluges Karl-Kraus-Zitat, das allerdings nicht ganz aktuell ist. Dank König Fußball weiß heute jede der beiden Nationen, wo ihr Platz ist. Die einen spielen, um zu siegen, die anderen freuen sich, mitspielen zu dürfen – und eventuell dem Lieblings-Angstgegner eins überbraten zu können. Córdoba-Syndrom eben.

Elke Winkens bringt das Dilemma der Spezies „In Österreich lebender Deutscher“ auf den Punkt: „Ich weiß nicht, wem ich die Daumen halten soll. Ich freu mich für Österreich genauso wie für Deutschland.“ Außerdem möchte sich Allroundtalent Winkens von keinem Land vereinnahmen lassen. Zu sehr hat sie sich an die Vorteile der nationalen Zwitterexistenz gewöhnt. „Ich liebe die österreichische Art von Humor“, so die Deutsche, die seit 1991 in Wien lebt. „Hier hat man beim Arbeiten auch Spaß. Das kenne ich von Deutschland anders. Da muss immer alles korrekt ablaufen.“ Der spezifisch österreichische Humor hat es auch Musical-Kollegin Kers­tin Ibald angetan. „Das kommt vom Dialekt“, erklärt die gelernte Pianistin. „Dieser transportiert Humor auf eine andere Art.“ Für Ibald neben ihrem Vorarlberger Partner Grund genug, den Wohnort dauerhaft nach Österreich zu verlegen. Das Einzige, womit sie sich nicht anfreunden kann, ist die „unmenschliche Bürokratie“. Eine Eigenheit, die kaum zur Restbevölkerung passt, zumal Hera Lind, Mi­chael Aufhauser und Nadja Abd El Farrag unisono beteuern, gerade die „Freundlichkeit der Menschen“ habe sie zur Übersiedlung konkret ins Salzburgerische bewogen.

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