Detroit-Attentäter in USA vor Gericht: Abdulmutallab bekennt sich nicht schuldig

Bei Schuldspruch droht Nigerianer lebenslange Haft Gerichtstermin dauerte weniger als fünf Minuten

Detroit-Attentäter in USA vor Gericht: Abdulmutallab bekennt sich nicht schuldig

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen ist der verhinderte Flugzeugattentäter Umar Farouk Abdulmutallab erstmals vor Gericht in Detroit erschienen. Der Richter verlas die Anklage gegen den jungen Nigerianer, der nach Aussagen eines Gerichtssprechers emotionslos wirkte. Eine Grand Jury hatte den 23-Jährigen zuvor in sechs Punkten angeklagt, darunter wegen versuchten Einsatzes einer Massenvernichtungswaffe und versuchten Mordes. Abdulmutallab bekannte sich nicht schuldig.

Der Gerichtstermin dauerte weniger als fünf Minuten. Ein Sprecher des Gerichts beschrieb die Prozedur als "Routine". Abdulmutallab habe ruhig und ohne sichtbare Emotionen gesprochen. Er habe seinen Namen buchstabiert und seinen Bildungsstand erklärt. Abdulmutallab habe unter Schmerzmitteln gestanden. Seine Anwälte hätten jedoch beteuert, dass er der Anklage folgen könne. Die Rechtsvertreter des Nigerianers hätten keinen Widerspruch dagegen eingelegt, dass Abdulmutallab bis zum Prozessbeginn in Haft bleibt.

Andere Zeugen berichteten, Abdulmutallab habe die Anklage mit hängenden Schultern vernommen. Vor dem Gerichtsgebäude hatte sich in klirrender Kälte eine Gruppe von Muslimen mit Spruchbändern und US-Flaggen versammelt, um sich ausdrücklich von Terroraktionen zu distanzieren.

Lebenslange Haft droht
Abdulmutallab droht im Fall eines Schuldspruchs lebenslange Haft. Bis zur Prozesseröffnung könnte es aber noch Monate dauern. In den meisten größeren Justizfällen folgt auf die Anklageverlesung noch eine Reihe von gerichtlichen Anhörungen, bevor schließlich das Hauptverfahren beginnt. Dieses dürfte nach Experteneinschätzung relativ kurz werden, weil die Beweislage klar sei: Abdulmutallab sei schließlich auf frischer Tat ertappt worden.

Der Angeklagte hatte am ersten Weihnachtstag versucht, in einer aus Amsterdam kommenden Delta/Northwest-Maschine kurz vor der Landung in Detroit einen Sprengsatz zu zünden und dabei selbst Verbrennungen erlitten. Den Sprengstoff hatte er in seiner Unterwäsche an Bord geschmuggelt. Er war von Mitreisenden überwältigt worden.
(apa/red)