Der Zuckerhut feiert den Olympia-Triumph:
Rio de Janeiro nach Zuschlag in Partylaune

Präsident Lula und Fußballgott Pele vergossen Tränen Rom wird sich für olympische Spiele 2020 bewerben

Der Zuckerhut feiert den Olympia-Triumph:
Rio de Janeiro nach Zuschlag in Partylaune © Bild: Reuters/Moraes

Die Metropole am Zuckerhut feiert ihren Titel als frisch gekürte Olympia-Stadt. Zehntausende Menschen zog es an die weltbekannte Copacabana, um den historischen Sieg Rio de Janeiros im Rennen um die Austragung der Olympischen Spiele 2016 in vollen Zügen auszukosten. Bilder wie aus dem Karneval gingen um die Welt: Strandparty, Sambatrommeln und Konfetti-Regen - und das bei bestem Wetter vor Postkartenkulisse. Präsident Luiz Inacio Lula da Silva gab zwar am Freitag als Motto aus: "Arbeit, Arbeit, Arbeit". Doch in Rio war Feiern angesagt.

Die brasilianische Millionen-Metropole am Atlantik hatte sich in Kopenhagen gegen die drei Mitbewerber Chicago, Tokio und Madrid durchgesetzt. Während die Wahl die Rivalen, vor allem Chicago, in einen Schockzustand versetzte, flossen in Rio die Freudentränen. Nach erfolglosen Anläufen in den Jahren 2004 und 2012 holt die "Cidade Maravilhosa", die Wunderbare Stadt, wie Rio genannt wird, die Spiele nun erstmals nach Südamerika. "Rio liebt Euch" - diese Botschaft sandte die Stadt nach Bekanntgabe des Ergebnisses auf einer riesigen Flagge in die Welt.

Lula zeigte sich in Kopenhagen überwältigt und konnte, wie schon zuvor Fußball-Legende Pele, die Tränen nicht mehr zurückhalten. "Das ist ein heiliger Tag für mich", sagte der Präsident des fünftgrößten Landes der Welt. Rio hatte in der Endrunde den verbliebenen Außenseiter-Rivalen Madrid mit 66:32 düpiert, nachdem zuvor Chicago völlig überraschend in der ersten Runde ausgeschieden war. Lula führte den Sieg auf das überzeugende Konzept Rios zurück - die Bewerbung sieht bis zur Eröffnungsfeier in Rios Maracana-Stadion private und öffentliche Investitionen von über neun Milliarden Euro vor. Die Welt habe die wirtschaftlichen und sozialen Erfolge Brasiliens anerkannt, sagte Lula.

In Kopenhagen machte der Staatschef aber klar, dass es keine Pause geben dürfe. Die Arbeit werde nicht erst am Sonntag, sondern schon an diesem Samstag wieder begonnen, sagte er mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien und die nur zwei Jahre später folgenden Olympischen Spiele. Brasilien darf damit als viertes Land innerhalb von zwei Jahren die beiden bedeutendsten Sport-Großereignisse der Welt veranstalten.

Rom will Spiele 2020
Nachdem Rio de Janeiro den Kampf um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2016 gewonnen hat, will sich jetzt Rom als Olympia-Stadt 2020 bewerben. "Die Wahl von Rio de Janeiro als Olympia-Stadt 2016 gibt Rom eine große Chance für die Olympischen Spiele 2020", sagte der römische Bürgermeister Gianni Alemanno nach Medienangaben. Er träumt davon, dass nach 60 Jahren die Ewige Stadt wieder zum Olympia-Schauplatz wird.

In Rom waren Sommerspiele bereits 1960 veranstaltet worden. Rom hatte bereits eine Kandidatur für die Olympischen Sommerspiele 2004 eingereicht, war jedoch im Duell gegen Athen gescheitert. Um die Kandidatur Roms will sich der Manager Giovanni Malago kümmern, der bereits im vergangenen Juli die Schwimm-WM in Rom organisiert hat.
(apa/red)