Der Winterkönig trägt heuer Grün-Weiß: Rapid geht als Tabellenführer ins neue Jahr

Tor in der Nachspielzeit rettet Punkt gegen Wacker Tirol Pasching gewinnt bei Salzburg, Bregenz vs. Sturm 1:1

Herbstmeister SK Rapid Wien ist nach einem mühevollen 2:2-(0:2)-Heimremis gegen Aufsteiger Wacker Tirol auch "Winterkönig" der Bundesliga. Die Hütteldorfer holten am Mittwoch in der Schlussphase einer bereits verloren geglaubten Partie noch einen Punkt, wandten damit die erste Meisterschafts-Heimniederlage seit dem 15. Mai (1:3 gegen Angstgegner Admira) ab und überwintern nach dem "Umfaller" des Erzrivalen Austria am Dienstag in Mattersburg (1:2) auf Platz eins. Ein Treffer von Schrott und ein Garics-Eigentor hatten den Gästen eine 2:0-Pausenführung beschert, ehe Dosek und Martinez in einer spannenden Schlussphase egalisierten.

Bevor Schrott, der mit einer Direktübernahme nach einem Corner von rechts seinen ersten Bundesligatreffer erzielte (26.), die Gäste überraschend in Führung gebracht hatte, war Rapid die klar Ton angebende Mannschaft. Danach wirkte der Rekordmeister aber verunsichert und es kam noch dicker. Mair setzte sich auf der rechten Seite gegen Adamski durch und servierte seinem kongenialen Sturmpartner Koejoe den Ball. Dessen Schuss riss zwar ab, Rapid-Unglücksrabe Garics lenkte das Leder aber ins eigene Netz (34.).

Nach Seitenwechsel setzte der Gastgeber jedoch alles auf eine Karte, lancierte rollende Angriffe und wurde für die Offensiv-Bemühungen belohnt. In der berühmt-berüchtigten "Rapidviertelstunde" gelang Dosek erst der Anschlusstreffer (84.), ehe der eingewechselte Martinez, der zuvor noch die entscheidende Vorarbeit geleistet hatte, in der ersten von sieben Minuten der Nachspielzeit per Kopf nach Hofmann-Corner den umjubelten Ausgleich erzielte. In den aus Wacker-Sicht langen Schlussminuten hatten Adamski, der ebenfalls eingetauschte Lawaree und Kincl sogar noch den Sieg am Fuß.

Pasching bleibt dank Sariyars Treffer am Spitzenduo dran
Yüksel Sariyar hat mit seinem dritten Saisontreffer dem FC Pasching am Mittwoch beim SV Salzburg zu einem 1:0(0:0)-Sieg verholfen. Die rund 6.000 Zuschauer vermochten sich am Gezeigten nicht zu erwärmen, gute Spielzüge waren rar. Salzburg vermochte die optische Überlegenheit nicht zu nützen, auch der Einsatz von Abwehrspieler Laessig als Sturmspitze brachte keinen Erfolg. Pasching hatte durch Pichlmann nach Sariyar-Lochpass schon die beste Gelegenheit vor dem Wechsel (19./Grünwald hielt) und traf nach der Pause zwei Mal die Stange (50.). Bubeniks Kopfball landete am linken Pfosten, Pichlmann beförderte den Abpraller an die rechte Stange, wobei sich Keeper Grünwald beim Rettungsversuch eine Wunde am Knie zuzog und ausschied.

Bei der besten Salzburger Chance verfehlte Richarlyson mit einem indirekten Freistoß das Tor nur knapp (68.). Am Schluss jubelten doch noch die Gäste. Nach einem Fehler von Richarlyson passte Mayrleb zum frei stehenden Sariyar und der beste Spieler auf dem Platz ließ Keeper Arzberger keine Chance (86.).

Meister GAK fertigt die Admira ab
Der amtierende österreichische Fußball-Meister GAK hat in der letzten T-Mobile-Bundesliga-Runde vor der Winterpause nach vier sieglosen Spielen in Folge mit einem hochverdienten 5:2 gegen Nordea Admira in die Erfolgsspur zurückgefunden. Kollmann (9.) und jeweils zwei Mal Standfest (22., 85.) und Skoro (68., 73.) trafen für die Grazer, die den erschreckend schwachen Niederösterreichern über die gesamte Spielzeit überlegen waren und noch zahlreiche weitere Torgelegenheiten vergaben. Für die Thalhammer-Mannschaft war es bereits die dritte Niederlage in Serie.

Das Match verlief wie auf einer schiefen Ebene Richtung Admira-Tor. Die zunächst mit den drei nominellen Stürmern Ortner, Peraica und Brajkovic agierenden Südstädter kamen kaum aus der eigenen Spielfeldhälfte. Einzig der starke Admira-Tormann Szamotulski bewahrte die Niederösterreicher, die sich ohne die gesperrten Mohl, Oravec und Marijan Kovacevic inferior präsentierten, vor einer höheren Niederlage. Janko (87.) und Bjelica in der Nachspielzeit betrieben nach dem 0:5-Rückstand noch Ergebniskosmetik.

Remis im Kellerduell zwischen Bregenz und Sturm
Das Bundesliga-Kellerderby zwischen Schlusslicht SW Bregenz und dem Vorletzten Sturm Graz endete am Mittwochabend vor 3.100 Zuschauern im Casino-Stadion mit einem 1:1 (1:0).

Die Hausherren durften bereits in der siebenten Minute über den 1:0 jubeln: Nach einem Lochpass von Nzuzi schoss Torjäger Jansen die Bregenzer mit seinem achten Saisontor in Front. Die beste Chance auf das 2:0 fand Pircher nach einem Corner vor, doch sein Kopfball ging knapp am Gehäuse von Gratzei vorbei (35.). Nach dem Wechsel zeigte sich Sturm deutlich verbessert und kam zum verdienten Ausgleich: Nach Vorarbeit von Verlaat und Krammer, der einen Zweikampf gegen Höller gewann, erzielte Teamstürmer Mario Haas mit seinem siebenten Saisontreffer das 1:1 (61.).

Damit war es mit dem Grazer Offensivdrang aber auch schon wieder vorbei, und die Bregenzer versuchten wieder so etwas wie Druck zu entwickeln. Die größte Möglichkeit auf den Siegtreffer resultierte deshalb abermals aus einem Corner und einem Pircher-Kopfball, der wie die nachfolgenden Schüsse von Höller und Hauser von der in höchster Not agierenden Sturm-Abwehr abgeblockt wurde (77.).

Damit überwintert Rapid mit einem Punkt Vorsprung auf die Wiener Austria an der Tabellenspitze. Bregenz bleibt mit 17 Punkten hinter Sturm und Salzburg (je 20 Punkte) Tabellen-Schlusslicht.