Der "Thorpedo" triumphiert: Sieg im Duell der Giganten über 200 Meter Kraul!

Van den Hoogenband holt Silber, Bronze für Phelps Phelps kann Gold-Rekord damit abschreiben

Australiens Schwimm-Superstar Ian Thorpe hat über 200 m Kraul den Angriff seines amerikanischen Erzrivalen Michael Phelps abgewehrt und sich mit dem olympischen Rekord von 1:44,71 Minuten sein zweites Gold in Athen gesichert. Mit seinem zweiten Einzelsieg brachte Thorpe dem zwei Jahre jüngeren US-Boy, der hinter dem entthronten Niederländer Pieter van den Hoogenband nur Dritter wurde, auch um die Möglichkeit, seinen Landsmann Mark Spitz als Rekordmann abzulösen. Spitz hatte 1972 in München sieben Goldmedaillen gewonnen. Phelps fällt damit um eine Million Dollar um.

Van den Hoogenband legte im "Rennen des Jahrhunderts" mit den vier schnellsten Schwimmern der Welt ein mörderisches Tempo vor. Bis zur letzten Wende lag van den Hoogenband unter dem Weltrekord, bei 100 m sogar um mehr als eine Sekunde. Erst auf der Schlusslänge setzte sich Thorpe entscheidend ab, gewann letztlich mit über einer halben Sekunde Vorsprung. "Das ist grandios. Ich habe mich vorher nicht besonders gefühlt und bei 100 Meter hatte ich schon richtig Angst", gestand Thorpe. "Aber jetzt bin ich außer mir!"

Phelps, der acht Finalstarts plant, hatte sich nach seinem Auftaktsieg mit Weltrekord über 400 m Lagen schon über 4 x 100 m Kraul mit Bronze begnügen müssen. "Es war trotzdem meine bisher schnellste Zeit. Aber das ist eben Olympia. Bei einem derartigen Feld mit so vielen Stars die noch dazu so schnell schwimmen ist eine Menge Aufregung im Spiel", sagte Phelps. Im Kampf um die Krone des Schwimm-Königs von Athen führt Thorpe jetzt mit 2:1.

Franziska van Almsick fehlen zwölf Jahre nach ihrem ersten Anlauf in Barcelona 1992 noch 200 Meter zum ersehnten Gold. Nach erfolgreich bestandenem Vorlauf und Halbfinale kann sich die 26 Jahre alte Berlinerin am Dienstag in Athen bei ihren vierten Spielen über 200 m Kraul den Traum vom Olympiasieg erfüllen. Dazu muss sie sich allerdings steigern. "Ich habe Probleme mit Wetter und Wind. Es läuft noch nicht richtig rund", gestand sie nach dem Halbfinale, in dem sie Sechste geworden war.

(apa/red)