Der große Tag der Entscheidung ist da:
Zukunft der Formel 1 steht heute am Spiel

Ultimatum der FIA für "Rebellenteams" läuft ab Alexander Wurz mit Superfund in der Warteschleife

Der große Tag der Entscheidung ist da:
Zukunft der Formel 1 steht heute am Spiel © Bild: Reuters/Sezer

Die Formel 1 befindet sich in Aufruhr. Der Streit um das Reglement für die kommende Saison stellt die Königsklasse des Motorsports vor eine Zerreißprobe. Eine Situation, die auch den Österreicher Alexander Wurz mit seinem Projekt eines Superfund-Teams in die Warteposition zwingt. Bis heute müssen die fünf Teams, die sich nur unter Bedingungen für die WM 2010 eingeschrieben haben, diese fallen lassen.

Tun sie das nicht, droht McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Renault, Toyota und Brawn GP der Ausschluss durch den Automobil-Weltverband FIA. Für diesen Fall haben sich Wurz und Superfund bereitzuhalten. Obwohl nicht auf der Liste der 13 WM-Teilnehmer für 2010, könnten die Österreicher als Ersatzteam zum Zug kommen. Wenngleich den tatsächlichen Ausstieg einiger Topteams aus der Formel 1 noch niemand wahrhaben will - auch Wurz nicht.

"Wir müssen abwarten. Die Formel 1 ist in einem sehr ernsten und spannenden Zustand. Es geht um sehr, sehr viel", erklärte Wurz im Vorfeld des Grand Prix von Großbritannien in Silverstone. "Es ist ein politisches Machtspiel. Aber ich hoffe, dass sie zusammenfinden." Die Fronten sind allerdings verhärtet wie nie. Auch Ferrari und die beiden Red-Bull-Teams sind auf Konfrontationskurs mit der FIA. Selbst die Gründung einer eigenen Rennserie steht im Raum.

Es spitzt sich zu
Der heutige Freitag stellt einen neuen Kulminationspunkt dar. Sollte sich die Situation zuspitzen, könnten die betroffenen Teams sogar das Rennen in Silverstone bestreiken und so zur Farce verkommen lassen - und das ausgerechnet in der Heimat von FIA-Präsident Max Mosley und Formel-1-Vermarkter Bernie Ecclestone.

Wurz stünde ab 2010 als Teamchef bereit, hat mit Superfund-Boss Christian Baha einen langfristigen Finanzplan vorgelegt. Die Liste der Ersatzteams erfasst allerdings ebenfalls fast zehn Rennställe. Als neue Teams im 13er-Feld hatten vergangene Woche der britische Rennstall Manor GP, das von Ecclestone unterstützte US-Projekt USF1 und Campos Meta aus Spanien den Zuschlag erhalten. "Ich mache mir deshalb sicher keinen Stress", betonte Wurz.

Von der ursprünglichen Entscheidung der FIA gegen Superfund hatte sich der 35-jährige Ex-Pilot bei Benetton, McLaren und Williams nicht einmal enttäuscht gezeigt. "Entscheidungen müssen getroffen werden. Eine Entscheidung ist nicht anderes als der Beginn eines neuen Kapitels", erinnerte Wurz. "Mehr will ich jetzt gar nicht dazu sagen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt."

(apa/red)