Der Schnee kommt gerade rechtzeitig:
Hotelbetriebe und Skigebiete atmen auf

Umsatzprognose können aber nicht gehalten werden "Dickes Ende" könnte im nächsten Winter kommen

Der Schnee kommt gerade rechtzeitig:
Hotelbetriebe und Skigebiete atmen auf

Rechtzeitig vor den Semesterferien und den nächtigungsstärksten Monaten der Wintersaison kommt endlich Schnee. Das im Dezember vorausgesagte Umsatzplus von vier Prozent für den heurigen Winter könne aber dennoch nicht mehr erreicht werden, sagte der Tourismusexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Egon Smeral, am Dienstag, zur APA.

In weiten Teilen Österreichs sind in den vergangenen Stunden beachtliche Mengen Neuschnee gefallen, auch für die kommenden Tage werden winterliche Verhältnisse vorhergesagt. Der Schnee für die Semesterferien im Februar dürften damit gesichert sein, die Hotelbetriebe und Skigebiete können zumindest vorläufig aufatmen. Die bisherigen Einbußen bei den Tourismusumsätzen werden allerdings nicht mehr aufzuholen sein. Das "dicke Ende" könnte auch noch im nächsten Winter kommen, wenn die Gäste in Erinnerung an den "unsicheren" Winter 2006/07 mit den Buchungen bis zum letzten Moment warten, meint Smeral.

Die Schnee-Monate
Die meisten Nächtigungen im Wintertourismus entfallen mit 12,8 Prozent auf den Februar, auf den März 12,2 Prozent. Drittstärkster Wintermonat ist der Jänner, auf den 11,5 Prozent der Nächtigungen entfallen, gefolgt vom Dezember (6,9 Prozent) und dem November (2,65 Prozent). Der April könnte heuer noch Zuwächse für den Wintertourismus bringen, da Ostern relativ früh sei - allerdings nur dann, wenn die Schneelage gut sei, sagte Smeral.

Leichtes Plus
Das Wifo hatte im Dezember für die heurige Wintersaison 2006/07 ein Umsatzplus von 4 Prozent, ein leichtes Ankünfteplus und eine Stagnation bei den Nächtigungen prognostiziert. Diese Prognose sei auf Grund der bereits verzeichneten Einbußen durch den warmen Winter und den Schneemangel nun nicht mehr zu halten, betonte Smeral, der allerdings noch keine neue Prognose erstellt hat. Wie hoch das Umsatzplus tatsächlich ausfallen wird, würden die nächsten Wochen zeigen.

Neue Konzepte
Der österreichische Wintertourismus brauche nachhaltige Alternativkonzepte, sagte heute der Leiter des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT), Peter Zellmann, in der "ZIB1". Der neue Tourismusausschuss solle Lösungsvorschläge anhand von Modellregionen entwickeln - möglichst im Laufe des heurigen Jahres, damit 2008 bereits verlässliche Lösungsvorschläge vorliegen. Die Auswirkungen des heurigen warmen Winters würden sich im November 2007 zeigen: Wenn es da Schnee gebe, werde der schlechte Winter vergessen sein, wenn es keinen Schnee gebe, könnten die Buchungen zurückgehen.

Die Top-Bundesländer
Das nächtigungsstärkste Bundesland im heimischen Wintertourismus ist Tirol, gefolgt von Salzburg, Vorarlberg, der Steiermark, Wien, Kärnten, Oberösterreich, Niederösterreich und dem Burgenland als Schlusslicht. (apa/red)