Der ORF-Coup

Der ORF-Coup

Wrabetz vs. Lindner: Der SP-Mann tritt bei ORF-Chef-Wahl nun gegen VP-Favoritin an. Westenthaler vs. Schüssel: Machtprobe im ORF – als letzte Rettung fürs BZÖ-Überleben.

Das VIP-Zelt beim Beachvolleyballturnier letzten Samstag in Klagenfurt: BZÖ-Chef Peter Westenthaler hält Hof. Zuerst im kurzen Small Talk mit ORF-Chefin Monika Lindner und, kaum war sie gegangen, auffällig lang im Gespräch mit deren Finanzdirektor Alexander Wrabetz. Dem „roten
Joker“ für den ORF-General. Ab Montag verdichtete sich die Vermutung: Der 46-jährige Wrabetz sei drauf und dran, gegen die „bürgerlichen“ Kandidaten Monika Lindner, 61, und Wolfgang Lorenz, 62, um die neue ORF-Generaldirektion anzutreten!

Seitdem kocht die bundespolitische Szene: Wird ihn einer der 35 ORF-Stiftungsräte als dritten ernsthaften Kandidaten nachnominieren?

Wrabetz, „ja, das ist eine ernsthafte Sache“. Selbst Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ging am Montag intern schon davon aus, dass Wrabetz antreten würde. Er verblüffte seinen engsten ÖVP-Führungskreis mit dieser trockenen Feststellung, ehe er sich an die Vorbereitung des sommerlichen Sonderministerrats machte. Dienstagabend, zu Redaktionsschluss von NEWS, war es dann offenbar so weit: Aus der engsten Umgebung des seit 1998 im ORF als Finanzchef werkenden Wrabetz, der sich selbst offiziell bedeckt hielt, verlautete: „Ja, seine Kandidatur ist eine ernsthafte Sache!“ Man könne davon ausgehen, dass ihn zwei oder drei Stiftungsräte – Karl Krammer (SP), Pius Strobl (Grün) und Huberta Gheneff-Fürst (BZÖ) – noch diese Woche nominieren würden. Wrabetz’ Gründe: weil ihm Lindner Kompetenzen als Finanzdirektor wegnehmen wolle. Daher: Alles oder nichts! Geht seine Kandidatur schief, verändere er sich beruflich ohnedies nach Deutschland.

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