Der Nowotny-Inflationsbekämpfungs-Plan:
OeNB-Chef erzählt NEWS von seinen Ideen

Tarife und Energiepreise sollen eingefroren werden Mit Vorschlägen tritt Nowotny in Androschs Fußstapfen

Der Nowotny-Inflationsbekämpfungs-Plan:
OeNB-Chef erzählt NEWS von seinen Ideen © Bild: APA

Die Teuerung ist das zentrale Thema im Wahlkampf. Alle Parteien versprechen, etwas gegen die hohen Preise zu tun. Während solche Versprechen, als Wahlzuckerln verpackt, lauthals unters Volk gebracht werden, arbeiten hinter den Kulissen bereits einige der klügsten Köpfe an echten Lösungen. Einer davon ist der neue Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowotny. Der Ökonom sozialdemokratischer Prägung empfing NEWS in seiner ersten Arbeitswoche zum Exklusivgespräch in Österreichs monetärer Hochburg.

Als Hüter der Währung und der Preisstabilität hat sich Nowotny gleich große Ziele gesetzt: Er will Österreich zum europäischen Vorreiter in Sachen Inflationsbekämpfung machen. "Wir haben hier in Österreich bessere Chancen als große Länder", erklärt der Gouverneur im NEWS-Gespräch.

Geht Nowotnys Plan auf, bedeutet dies mehr Lohn für alle Österreicher. "Wenn ich auf der Preisseite Zurückhaltung erreichen kann, dann wird es möglicher und zumutbarer sein, auf der Lohnseite ebenso Zurückhaltung zu bekommen", erklärt Nowotny. "Konkret heißt das, Unternehmer, Arbeitnehmer, öffentlicher Sektor und die Nationalbank müssen gemeinsam agieren", so der OeNB-Boss.

Reallöhne sollen steigen
Mit einer Reihe von Maßnahmen will Nowotny die Inflation unter Kontrolle bringen. Steigen sollen die Reallöhne, weniger die Geldlöhne. Durch Preisdämpfung sollen sich die Österreicher für ihr Geld mehr leisten können. Damit, so Nowotny, braucht es weniger Lohnerhöhung. Ansonsten würde folgende Spirale in Gang gesetzt: Höhere Preise, Arbeitnehmer fordern mehr Lohn, das macht Produkte und Dienstleistungen teurer, und Arbeitnehmer fordern noch mehr Lohn.

Die Maßnahmen. Eben solche "Zweitrundeneffekte" sollen mit einem gezielten Aktionsplan vermieden werden. Dieser beinhaltet ein Aussetzen der Indexierung bei den Mieten. Damit steigt die sonst automatisierte Belastung nicht. Die Energiewirtschaft soll die Tarife gleich lassen. Höhere Gaspreise sollen nicht weitergegeben werden. Öffentliche Tarife von Fahrkarten bis zum Abwasser sollen nicht ansteigen. Eine Senkung von Mehrwertsteuersätzen soll die Endverbraucher entlasten.

In Androschs Fußstapfen
Bereits vor Nowotny sprach sich Hannes Androsch für einen solchen "Great Deal" aus. "Ich schätze Doktor Androsch als unabhängigen, ökonomischen Denker. Es ist nicht erstaunlich, dass er zu ähnlichen Ergebnissen wie eine unabhängige Notenbank kommt", freut sich Nowotny über den Mitstreiter mit besten Beziehungen.

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