Der Nahost-Konflikt in der Ära Sharon:
Die Chronologie von 2000 bis heute

Vom Tempelberg-Besuch zum Gaza-Rückzug

Das Scheitern des Gipfels von Camp David im Sommer 2000 besiegelte das Schicksal des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak von der Arbeiterpartei und leitete Ariel Sharons Regierungsübernahme ein. Die wichtigsten Ereignisse des Nahost-Konflikts in der Ära Sharon:


  • 2000: Im Juli scheitert der Nahost-Gipfel von Camp David an der Jerusalem-Frage. US-Präsident Bill Clinton gelingt es nicht, eine Einigung zwischen dem israelischen Premier Ehud Barak und dem palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat herbeizuführen. Am 28. September löst der Besuch von Oppositionschef Sharon auf dem Jerusalemer Tempelberg schwere Unruhen aus: Beginn der zweiten Intifada ("Al-Aksa-Intifada").
  • 2001: Sharon wird zum Premier gewählt. Ein von CIA-Chef George Tenet ausgehandelter Waffenstillstand bleibt unwirksam. Arafat steht ab Dezember in Ramallah praktisch unter Hausarrest. Israelische Armee intensiviert "gezielte Tötungen" palästinensischer Extremisten. US-Präsident George W. Bush spricht sich vor der UNO-Vollversammlung für die friedliche Koexistenz Israels und Palästinas in "sicheren und anerkannten Grenzen" aus.
  • 2002: Bush macht Veröffentlichung der vom "Quartett" (USA, EU, UNO, Russland) entworfenen "Roadmap" von der Einsetzung einer neuen Palästinenserführung abhängig. Likud-Zentralkomitee votiert gegen einen unabhängigen palästinensischen Staat.
  • 2003: Likud-Sieg bei den Parlamentswahlen: Sharon im Amt bestätigt. Einführung des Amts eines palästinensischen Ministerpräsidenten. Mahmoud Abbas (Abu Mazen) wird Premier, Arafat bleibt Präsident. Bush präsentiert Roadmap, die von den Palästinensern akzeptiert wird. Israel erhebt 14 Einwände. Die USA versichern, Israels Bedenken bei der Umsetzung zu berücksichtigen. Gipfeltreffen Sharon-Abbas-Bush im Juni in Akaba (Jordanien). Abbas demissioniert im September, Ahmed Korei wird Premier.
  • 2004: Die israelische Armee tötet die Hamas-Führer Scheich Ahmed Yassin und Abdelaziz Rantisi und weitere radikale Palästinenser. Israelisches Parlament billigt Sharons Gaza-Räumungsplan. Arafat stirbt.
  • 2005: Abbas wird palästinensischer Präsident. In seiner Antrittsrede reicht er Israel "die Hand zum Frieden". Die militanten Gruppen erklären sich zur Einhaltung eines Waffenstillstands bereit. Räumung der israelischen Siedlungen und Truppenrückzug aus dem Gaza-Streifen. USA setzen Rafah-Abkommen zur Grenzöffnung zwischen Gaza-Streifen und Ägypten mit EU-Beobachtern durch. Sharon verlässt Likud und gründet neue Partei Kadima.

(apa)