Der Muttertag ist 100 Jahre alt: Frauen- rechtlerin Ann Jarvis erfand den Gedenktag

Seit 1907 lassen wir unsere Mamas hochleben! PLUS: Die besten Geschenke & Tipps für Muttertag

Der Muttertag ist 100 Jahre alt: Frauen- rechtlerin Ann Jarvis erfand den Gedenktag

Auf das stolze Alter von 83 Jahren kann der von der Amerikanerin Ann Jarvis "erfundene" Muttertag inzwischen zurückblicken. Alljährlich am zweiten Sonntag im Mai soll der Mütter der ganzen Welt und deren stiller, meist unbezahlter und als selbstverständlich hingenommener Arbeit gedacht werden.

Ann Jarvis, 1864 in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania geboren, verstand sich als Frauenrechtlerin. Es gab genügend Gründe, die unterprivilegierte Stellung der Frau, speziell der Mutter, damals ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. So nahm sie den Tod ihrer eigenen Mutter - am zweiten Mai-Sonntag des Jahres 1905 - zum Anlaß, ihren Kreuzzug für einen eigenen Gedenktag zu beginnen.

US-Bundesstaat West Virginia war Vorreiter
Durch ihre langjährige Tätigkeit in einem Werbebüro für Öffentlichkeitsarbeit geschult, knüpfte Ann Jarvis Verbindungen zu einflußreichen Persönlichkeiten ihrer Zeit. Sie schrieb an Politiker, Geistliche und Wirtschaftsbosse. Ihre Korrespondenz fand weites Echo. Auch ihr eigenes Vermögen setzte die Frauenrechtlerin für diesen Plan ein. Der US-Bundesstaat West Virginia wurde Vorreiter und führte 1907 den Muttertag ein. Andere US-Bundesstaaten folgten dem Beispiel, und im Jahre 1908 wurde bereits in 45 Unionsstaaten der Muttertag als Festtag begangen. Als sich dann noch im Jahre 1914 der amerikanische Kongreß anschloß, Präsident Woodrow Wilson diesen Tag mit dem "Mother's Day Bill" zum Staatsfeiertag erhob und danach auch andere Länder nachzogen, sah sich Ann Jarvis am Ziel ihrer Wünsche.

Weltweiter Siegeszug
Ihre Idee trat einen weltweiten Siegeszug an. Aber auch die Kommerzialisierung des Feiertages war nicht aufzuhalten. Der Muttertag erwies sich als profitträchtiges "Zwischenhoch" der langen Pause von Ostern bis Weihnachten. Blumen, Süßigkeiten, Parfüm, aber auch Küchengeräte und andere "einschlägige" Artikel wurden bald die bevorzugten Geschenke an diesem Tag.

Doch keine so gute Idee...
Die Kommerzialisierung ihrer Idee bekümmerte Ann Jarvis am meisten. Kurz vor ihrem Tode zog die Amerikanerin mit Resignation das Resumee ihres Lebens: "Ich bedauere, überhaupt auf die Idee mit dem Muttertag verfallen zu sein." Sie starb 1948 weitgehend verarmt in einem Altersheim in Philadelphia. Übrigens: Selbst war sie nie Mutter geworden.
(apa/red)