Der neue König des Theaters

Der neue König des Theaters

Matthias Hartmann: 2009 übernimmt er von Bachler das Burgtheater. Wer er ist, wo er herkommt, wofür er steht. Und: Die erste Ansage im Interview.

Dass er es werden würde, ja: müsse, war auf rätselhafte Art von Anfang an klar. Zwar hat sich der aus Osnabrück gebürtige Regisseur und Intendant Matthias Hartmann, 43, bis dato eher als Red Adair des Theaterwesens positioniert: Wo immer in den vergangenen sechs Jahren ein großes deutschsprachiges Theater von autistischen Direktoren in Vollbrand gesetzt worden war – Hartmann übernahm, löschte tollkühn und brachte das per Selbstevakuierung abhanden gekommene Publikum zurück. So war es anno 2000 in Bochum, so wurde es im vergangenen September in Zürich.

Kaum allerdings hatte er dort seine erste Saison begonnen, war fast allen klar, dass er irgendwie schon wieder weg war: Klaus Bachler verlässt das Burgtheater zu Beginn der Saison 2009/2010, um an der Münchner Oper sein Glück zu finden. Für die Nachfolge wurden bis zuletzt Andrea Breth, die ingeniöse Großregisseurin des Burgtheaters, Ulrich Khuon (Hamburg), Elisabeth Schweeger (Frankfurt), Frank Baumbauer (München) und Martin Kusej (Salzburg) genannt, aber von Kundigen nie wirklich geglaubt: Wo immer Morak auf seiner Informationsrunde hinhörte, wurde ihm Hartmanns Name genannt.

Der hatte anno Peymann am Burgtheater markante Erfolge gefeiert, hatte dort seit 1995 Schiller, Horváth und Molière inszeniert und 1998 in der Uraufführung von Peter Turrinis „Die Liebe in Madagaskar“ die Sonnensysteme Kirsten Dene und Otto Schenk zueinander geführt. Nun standen Turrini und Rudolf Scholten ebenso überzeugt auf seiner Seite wie Schenk oder der designierte Volksoperndirektor Robert Meyer, den mit Hartmann ein schöner Erfolg in „Kasimir und Karoline“ verbindet.
Als Regisseur ist Hartmann klar und modern, arbeitet genau am Text und betrachtet den Schauspieler als Mittelpunkt des theatralischen Universums. Er hat zweimal Botho Strauß uraufgeführt und Lukas Bärfuß, den jungen Shooting Star unter den Autoren, erfunden. Das Handwerk aber, so sagt er, hätten ihm Schiller und Lessing beigebracht.

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PLUS: Das erste Interview mit dem zukünftiogen Burg-Direktor