Der Kampf um die neue Schule im Reality-Check

Altes Gymnasium gegen Moderne Gesamtschule

Der Kampf um die neue Schule im Reality-Check

Der NEWS-Lokalaugenschein zum Politstreit-Thema: Wie alte und neue Schulmodelle in der Praxis wirklich funktionieren.

Es ist ein kleiner Ort mitten im Burgenland. Gerade einmal 800 Menschen wohnen in Oberschützen. Doch dazu kommen 1.200 Schüler, die hier an unterschiedlichen Schulen ihre Ausbildung absolvieren. Und jeder Einzelne von ihnen wird von den Schulen dringend gebraucht. Denn nicht nur im Burgenland, sondern in ganz Österreich kämpfen durch die rapide sinkende Schülerzahl etliche Schulen ums Überleben. So gab es im Schuljahr 1970/71 in Österreich noch rund 1,35 Millionen Schüler, im Vorjahr waren es bereits über 100.000 weniger. Auch das Gymnasium Oberschützen ist vom Schülerschwund betroffen. „Wir haben jetzt 570 Schüler, 320 davon in der Unterstufe, Tendenz fallend“, erzählt Alfred Kainz, der seit 21 Jahren Direktor des Gymnasiums ist. „Zu unseren Hochzeiten in den späten 80er-Jahren hatten wir 930 Schüler.“

Schule mit strengem Ruf. Es ist eine traditionsreiche Schule: Das schlossähnliche Gebäude stammt aus dem Jahr 1910, eine Ahnengalerie der ehemaligen Rektoren ziert die Wände. Auf den dunklen Vitrinen stehen die Pokale der Schülersportmannschaft, aus einem der Zimmer hallt eine auf dem Klavier endlos wiederholte Tonleiter durch die Gänge. Man spürt, dass hier Disziplin und Leistung großgeschrieben werden.

Die Schule hat einen sehr strengen Ruf. Den kennt auch Direktor Kainz. „Es wird offenbar von außen so wahrgenommen. Sicher stellen wir einige Anforderungen, aber es soll doch eine Ausbildung für die Universität sein“, so Kainz. „Wenn der Schultyp AHS eine Berechtigung haben soll, muss man dafür sorgen, dass die Schüler ihr Begabungspotenzial ausschöpfen. Die Jugendlichen müssen dann auch verstehen, dass nicht immer alles nur Fun und Spiel sein kann.“ Es sei notwendig, dass es in der Schule „klare Verhaltensrichtlinien und Sanktionen im sinnvollen Maße gibt“, ist der Schulleiter überzeugt. Mittlerweile sei es sehr schwierig, „nicht lernwillige Schüler wieder aus der Schule zu befördern“. „In den vergangenen 15 Jahren wurden die Gesetze immer mehr zugunsten der Schüler aufgeweicht. Es gibt nun praktisch keine Handhabe mehr mit Disziplinierungsmaßnahmen.“

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