Der Kampf um Österreichs Sparer: Wer in Österreich derzeit die besten Zinsen bietet

NEWS: Österreicher besitzen 356 Mrd. € Vermögen PLUS: Alle Infos, bei welcher Bank Sie wieviel kriegen

Hunderte Millionen Euro haben verunsicherte Sparer in den vergangenen Wochen aus der krisengebeutelten Bawag P.S.K. abgezogen. Die Angst ums Sparbuch, die heilige Kuh der Österreicher, hat zu nationaler Panik geführt. Freilich ist die Angst spätestens jetzt unbegründet, haftet doch der Bund für die Einlagen. Trotzdem ist der Kampf um Österreichs Sparer voll entbrannt. Die Bawag selbst versucht ihre Kunden mit hohen Sparzinsen zu halten oder gar zurückzugewinnen. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Sie hat das frei werdende Geldpotenzial lokalisiert und umwirbt die abtrünnigen Sparer mit besten Zinsen. Gewinner in dem Kampf ist König Kunde. NEWS hat recherchiert, was Sie derzeit rausholen können.

"Natürlich profitieren wir vom Bawag-Skandal. Wir als stärkste Regionalbank sind ja auch eine solide Bank, spekulieren nicht, garantieren die Einlagen unserer Kunden zu hundert Prozent und benötigen keine Bundeshaftung", gibt sich RLB-OÖ-Boss Ludwig Scharinger kämpferisch. Und auch AutoBank-Boss Andreas Zederbauer kann dem nur zustimmen: "Ja, wir profitieren von enttäuschten Bawag-Kunden, und ich denke, dass der Höhepunkt der Zuflüsse aus Ex-Bawag-Sparkonten noch lange nicht erreicht ist."

Österreicher besitzen 356 Milliarden Euro Vermögen
Österreicher sparen und investieren derzeit mehr Geld als je zuvor - so verfügten die heimischen Haushalte zuletzt über ein gewaltiges Geldvermögen von 356 Milliarden Euro. Allein das Geldvermögen der privaten Haushalte stieg im Vorjahr um acht Prozent.

Trotz aller ertragsstarken Investmentmöglichkeiten überwiegt hierzulande jedoch bei der Vermögensanlage weiterhin das Sicherheitsdenken, und das Sparbuch bleibt neben dem Bausparvertrag die dominanteste Anlageform. Rund 51 Prozent des Geldvermögens entfällt auf Bargeld und Spareinlagen. Auf den fast 24 Millionen Sparbüchern liegen 137 Milliarden Euro, wobei in 96 Prozent der Fälle das Guthaben weniger als 20.000 Euro - also im Rahmen der Einlagensicherung - beträgt. Freilich gibt es auch "Großsparer" in Österreich: Über 5.000 Sparbücher sind mit Beträgen von über einer Million Euro dick gepolstert.

2,5 Prozent am Sparbuch
Dass das Sparbuch in Zeiten gewinnbringenderer Anlageformen nicht an Attraktivität verliert, hat einen guten Grund. Seit 2005 kletterten die Leitzinsen wieder auf 2,5 Prozent, und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. "Wir erwarten heuer noch zwei Zinsanhebungen - also einen Anstieg der Leitzinsen auf 3 Prozent - bis Jahresende", so Veronika Lammer, Zinsexpertin der Erste Bank.

Weiters soll bereits im Juni eine neuerliche Erhöhung durch die Europäische Zentralbank ins Haus stehen. "Wer steigende Zinsen erwartet, sollte sich für ein Sparbuch mit eher kurzen Laufzeiten entscheiden - zum Beispiel für unser einjähriges Kapitalsparbuch mit 3 Prozent Zinsen", gibt Bawag-P.S.K.-Generaldirektor Ewald Nowotny die Marschrichtung vor.

Und auch ING-DiBa-Chef Heinz Stiastny sieht die Lage ähnlich: "Im derzeitigen Umfeld sind gebundene Veranlagungen nicht zu empfehlen. Mit unserem Kernprodukt mit 2,75 Prozent Verzinsung auf täglich fällige Einlagen konnten wir bereits Tausende Kunden überzeugen."

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