Der schwarze Hardliner

Der schwarze Hardliner

Der Minister & das Mädchen. Unnachgiebig im Fall Arigona, Law and Order ohne Toleranz: Wie Buhmann Günther Platter wirklich tickt.

Nein, menschlich halte er Günther Platter „sicher nicht für einen Hardliner“, sagt just der linke Rebell und SP-Sozialminister Erwin Buchinger über den schwarzen Innenminister. „Früher habe ich das auch nicht geglaubt, aber mittlerweile denke ich sehr wohl, dass er ein Hardliner ist“, sagt hingegen SP-Justizministerin Maria Berger über jenen Platter, der derzeit die Republik spaltet wie kaum ein anderer.

Unter Beschuss. Seit die 15-jährige Arigona untergetaucht ist, seit sie via Videobotschaft mit ihrem Selbstmord drohte und damit das halbe Land bewegte, steht Günther Platter mit seiner rigiden „Wir lassen uns nicht erpressen“-Haltung unter Dauerbeschuss. Als „Minister Gnadenlos“ titulieren ihn die einen, als „herzlos und grausam“ die anderen. Selbst in die internationalen Schlagzeilen hat es der ruhige, fast farblose Tiroler nun geschafft.

Doch wer ist der dieser Innenminister wirklich? Ist er tatsächlich der schwarze Hardliner, der Law-&-Order-Politik à la FPÖ lebt und exekutiert? Ist er tatsächlich ein Wolf, der sich jahrelang im Schafspelz versteckte, wie nun viele meinen? Oder ist er nur ein von seiner Partei Getriebener, ein Vollstrecker wider Willen, der sich windet, wenn er Kinder und Jugendliche abschieben muss, wie einige andere vermuten?

Eigentlich galt der frühere Dorfgendarm aus Tirol ja stets als der Typus des netten Nachbarn, von dem man sich jederzeit gerne was ausborgen kann, erzählt der Klubobmann der Tiroler Grünen, Georg Willi. Seinen Kollegen in Wien war er ebenfalls stets als eher konziliant aufgefallen, als „einer, der es immer allen recht machen wollte“, wie es die SPÖ-Mandatarin Bettina Stadlbauer ausdrückt, die Platter in den Sitzungen des Verteidigungsausschusses beobachtete. Und doch scheint Platter verschiedene Gesichter zu haben. Ist er das berühmte stille Wässerchen mit den unbekannten Tiefen?