Der Fernseher als Multimedia-Terminal:
aonTV startet mit neuen Services durch

Filesharing unter Nutzern nach Freigabe möglich Kernstück bleibt aber weiterhin das Videoangebot

Der Fernseher als Multimedia-Terminal:
aonTV startet mit neuen Services durch © Bild: Telekom Austria

IP-TV gehört die Zukunft: Statt wie bisher nur das zu sehen, was einem vorgesetzt wird, kann mit dem Internet-Fernsehen jeder selber Programmdirektor spielen und sich Filme und Serien dann ins Haus holen, wenn er Zeit und Lust dazu hat. Alles, was man dazu braucht: eine Telefonleitung und ein kleines Kastl, das daran angeschlossen wird.

Für diese Art des Fernsehens gibt es derzeit in Österreich nur einen Anbieter: Telekom Austria hat für sein aonTV 80.000 Kunden begeistern können und will jetzt kräftig nachlegen. Technisch soll dazu vor allem das GigaNetz, der Ausbau des Telekom-Datennetzes auf mindestens 30 Mbit/s, beitragen. Um aonTV nutzen zu können, sind zwar nur Internetanschlüsse mit 4 Mbit/s pro Sekunde nötig, aber auch die stehen derzeit nur 65 Prozent aller Telekom-Kunden zur Verfügung. Lücken gibt es vor allem auf dem Land.

Flankiert wird der Netzausbau von einem Service-Ausbau: aonTV wird multimedial. Kernstück dieser Neuerung ist eine Online-Festplatte mit 1 GB Speicherplatz, die jeder Kunde gratis erhält. Der Clou: Diese Festplatte lässt sich Stück für Stück auch für andere Nutzer von aon-TV freigeben.

So kann beispielsweise der Opa in Feldkirch im Fernsehen das Geburtstagsvideo des Enkerls in Wien sehen. Das dazu notwendige technische Wissen ist minimal: Die Einrichtung erledigt der Sohn für den Opa in Wien, er selbst braucht nur einer Einladung auf seinem Fernseher zu folgen und mit der Fernbedienung den entsprechenden Ordner auf dem Bildschirm auswählen. „Wir haben die entsprechende Software selbst entwickelt und dabei viel Wert auf einfache Handhabung gelegt“, erklärt dazu Norbert Parik, Programmleiter Connected Home bei der TA.

Upload auch per Handy
Die Files können dabei vom PC oder auch direkt von bestimmten, vom Nutzer freizugebenden Mobiltelefonen eingespielt werden. Auch hier ist die Konfiguration ganz einfach: Beim Anmelden wird ein Link zum Handy gesandt, mit dem die Konfigurationssoftware heruntergeladen werden kann. Die anschließende Einrichtung geht automatisch und funktioniert zudem mit praktisch jedem aktuellen Mobiltelefon. Der umgekehrte Weg ist genauso möglich: Mit dem Medienmanager können Handynummern für den Zugriff auf ausgewählte Ordner freigegeben werden, der Eingeladene bekommt einen Link auf das Display – einfacher geht’s nicht mehr.

Multimediazentrale
Weitere Neuerung: Die Box funktioniert auch als AV-Server. Sprich: Sie kann Fotos, Videos und auch Musik von beliebigen Geräten wie Computer oder Festplatten im Heimnetzwerk wiedergeben. Vorausgesetzt, diese sind UPnP- (Universal Plug and Play) kompatibel.
Wermutstropfen: Weil der jeweilige Player in der Box sitzt, können DRM-geschützte Files in der Regel nicht abgespielt werden.

Passend zu den neuen Angeboten, wurde die Mediabox auch optisch überarbeitet – die Technik ist dabei aus Gründen der Kompatibilität jedoch die alte geblieben. Damit bleibt ein Manko: Wer beispielsweise das neue Radioangebot mit mehr als 300 nationalen und internationalen Stationen nutzen will, muss erst den Fernseher einschalten, um die Funktion zu starten. Denn der TV-Schirm ist gleichzeitig die Bedienoberfläche der Box.

Kernstück bei aonTV bleibt weiterhin das Videoangebot. Das gibt es auch in einer qualitativ hochwertigen HDTV-Version. „Dazu brauchen Sie aber mindestens eine 8 Mbit/s schnelle Verbindung“, räumt Parik ein. Für das neue GigaNetz der Telekom sollte das aber kein Problem sein.

Ab 4,90 Euro
aonTV gibt es zum Grundpreis von 4,90 Euro, hinzu kommen pro benötigte Box 1,90 Euro Miete. Wer will, kann sich zu den 70 Sendern im Basispaket für weitere 7,90 Euro noch 20 Pay-TV-Sender ins Haus holen, darunter etwa Sci-Fi oder Discovery Channel. Das HD-Paket kostet 4,90 Euro im Monat. – Im November sollen weitere, spezielle Angebote folgen …

(E-MEDIA/Korne)