Der Dalai Lama und die Ermordung Bambis:
Streit in Südafrika nach Visum-Verweigerung

Finanzminister Manuel mit eigenwilligem Vergleich Friedenskonferenz ist nach Eklat abgesagt worden

Der Dalai Lama und die Ermordung Bambis:
Streit in Südafrika nach Visum-Verweigerung © Bild: Reuters/Gentile

Die Ablehnung eines Einreisevisums für den Dalai Lama entzweit die südafrikanische Regierung. Finanzminister Trevor Manuel wies Kritik an der Entscheidung der Regierung mit den Worten zurück: "Irgendetwas gegen den Dalai Lama zu sagen, kommt in manchen Kreisen dem Versuch gleich, Bambi zu erschießen."

Bei einer Debatte der Universität Kapstadt betonte er nach Medienberichten: "Der Grund, warum der Dalai Lama hierher kommen will ... ist, dass er eine große, globale politische Erklärung über Tibets Abtrennung von China machen will." Ein Regierungssprecher hatte zuvor eingeräumt, dass es mit Rücksicht auf die Beziehungen zum Handelspartner China nicht im Interesse Südafrikas sei, dem Dalai Lama ein Visum auszustellen.

Das geistliche Oberhaupt der Tibeter war zu einer Friedenskonferenz eingeladen worden, die vor dem ersten Länderspiel in einem der WM-Stadien an diesem Samstag stattfinden sollte. Nach weltweiten Protesten über die Entscheidung Südafrikas, dem Dalai Lama kein Visum zu gewähren, war die ganze Konferenz abgesagt worden.

Gesundheitsministerin Barbara Hogan hatte daraufhin ihre Regierung zu einer öffentlichen Entschuldigung aufgefordert und sich damit Kritik aus den eigenen Reihen ausgesetzt. Der Chef des WM-Organisationskomitees, Danny Jordaan, äußerte sich im Rundfunk enttäuscht über die Kontroverse.

(apa/red)