Der neue Chip von AMD kommt mit Verzug: Vierkern-Prozessor soll zu Intel aufholen

Mit 2,3 Gigahertz jedoch unterhalb der Intel-Marke AMD geht neue Wege mit vier einzelnen Chip-Kernen

Der neue Chip von AMD kommt mit Verzug: Vierkern-Prozessor soll zu Intel aufholen © Bild: AMD

Nach wiederholten Verzögerungen hat der mit Problemen kämpfende Chiphersteller AMD die Auslieferung seiner Vierkerne-Prozessoren "Barcelona" für Server gestartet. Maßgeschneiderte Server-Systeme auf Basis der neuen Chips würden nun von führenden Anbietern an Unternehmens-Kunden und Computer-Zentren ausgeliefert, teilte das Unternehmen in Sunnyvale mit.

AMD liefert nach Verzögerung neue "Barcelona"-Chips für Server aus

Utl.: Vierkern-Chip von AMD kommt erst ein Jahr nach
Konkurrenzprodukt von Intel =

Bei der Aufholjagd zum großen Konkurrenten Intel hatte der Chiphersteller bei den leistungsfähigen Vierkern- Prozessoren mit zahlreichen Hürden und Rückschlägen zu kämpfen. Intel ist mit seinen Vierkern-Server-Prozessoren bereits seit mehr als einem Jahr auf dem Markt.

Reichliche Verspätung
Die ersten "Barcelona"-Chips für Server hatte AMD mit einer Verspätung von einem halben Jahr bereits im vergangenen Herbst vorgestellt, die Auslieferung in großer Stückzahl dann aber wegen erheblicher technischer Probleme weiter hinausgeschoben. Damit gewährte das Unternehmen seinem großen Rivalen Intel ungewollt erneut zeitlichen Vorsprung.

Vier einzelne Kerne
Während der Marktführer bei den Konkurrenzprodukten allerdings zwei Doppel-Kerne auf einem Prozessor unterbringt, verbaut AMD auf seinen Chips vier einzelne Kerne. Damit soll theoretisch eine deutlich bessere Leistung ermöglicht werden. Die ersten "Barcelona"- Prozessoren sollen allerdings mit 2 bis 2,3 Gigahertz in der Taktfrequenz unterhalb der Intel-Konkurrenzprodukte liegen. Nach Informationen des "Wall Street Journal" wollte AMD allerdings noch bekanntgeben, dass ein Server von Hewlett-Packard in der Leistung eine Rekordmarke gebrochen habe.

Vor allem in den Markt für Unternehmens-Kunden dürfte der Chiphersteller große Hoffnung setzen. Vor einigen Jahren noch hatte AMD mit einem zeitlichen Vorsprung bei Server-Chips mit seinen Opteron-Prozessoren gegenüber dem Intel signifikant Marktanteile gewinnen können. Das Unternehmen hat zur Zeit mit massiven finanziellen Problemen zu kämpfen. Erst senkte AMD seine Prognosen für das erste Quartal und kündigte an, mehr als 16.000 Mitarbeiter und damit rund zehn Prozent der Belegschaft zu entlassen.

(apa/red)