Der Bergschuh vom Bruder als Attraktion:
Messners Museum braucht 70.000 Besucher

Bergsteiger-Legende eröffnete sein neues Museum Die Geschichte des Bergsteigens mit allen Tragödien

Der Bergschuh vom Bruder als Attraktion:
Messners Museum braucht 70.000 Besucher

Zwischen 60.000 und 70.000 Besucher benötigt Bergsteiger-Legende Reinhold Messner für sein neuestes Museum, das "Messner Mountain Museum" (MMM) auf Schloss Sigmundskron bei Bozen. "Damit es sich rechnet", wie der 61-Jährige vor dem offiziellen Eröffnungsakt betonte. Die vom Land Südtirol aufwändig restaurierte Burgruine birgt die Geschichte des Bergsteigens mit all seinen Tragödien. Nicht fehlen darf dabei ein Schuh von Messner-Bruder Günther, der 1970 am Nanga Parbat tödlich verunglückte und dessen Überreste erst im vergangenen Jahr entdeckt worden waren.

Messner ist damit bereits Herr über vier Museen, ein fünftes über Bergvölker soll noch folgen. Über steile Metallstiegen erklimmt der Besucher südlich von Bozen sowohl die Festung, als auch die Ausstellung mit vielen zum Teil privaten Sammlungsstücken des Bezwingers aller 14 Achttausender der Welt. Am Rande der Präsentation erinnerte er auch an den zum Teil schwierigen Umgang seiner Landsleute mit ihm in den letzten Jahrzehnten. Für 30 Jahre dürfe er ohne Pachtzins das Areal nutzen. Über Eintrittsgelder und Sponsoring sollen die 10 Arbeitsplätze und die Betriebskosten finanziert werden.

Bruder-Schuh und Mütze
Auf Sigmundskron erlebt der Besucher viele Installationen, Bilder, Geschichten über die Entstehung der Berge und den Alpinismus bis hin zur heute "größte Müllhalde der Welt" am Mount Everest. Und neben ganz Persönlichem - dem Bruder-Schuh, der in einem Glassturz in einer "Erinnerungskammer" gezeigt wird, ist auch die Mütze von Bergsteiger-Legende Anderl Heckmair, der in Zeiten, in denen es noch keine Steinschlaghelme gab, mit dieser Kopfbedeckung die Aiger Nordwand bezwingen hatte.
(apa/red)