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Identitäre: Ermittlungen
gegen Demo-Steinwerfer

Wegen Mordversuchs - Opfer wurde schwer verletzt und musste notoperiert werden

Nachdem ein 17-Jähriger bei einer Demonstration gegen die rechtsextremen Identitären am Samstag in Wien durch einen Steinwurf schwer am Kopf verletzt worden war und notoperiert werden musste, ermittelt das Landesamt für Verfassungsschutz nun wegen Mordversuchs. Ein Unbekannter hatte den Stein von einem Dach in der Goldschlagstraße geworfen. Nach ihm wird gefahndet.

Die Polizei veröffentlichte am Donnerstag Bildmaterial zum Tatgeschehen und Ablauf und ersuchte sowohl Medienvertreter, als auch Privatpersonen um deren Aufzeichnungen zum Tatgeschehen. Diese sollen sich ebenso wie Personen mit zweckdienlichen Beobachtungen beim Landesamt Verfassungsschutz unter der Telefonnummer 01/31310/74035 melden.

Nach Angaben der Polizei passierte der Steinwurf am Samstag um 15.35 Uhr an der Ecke Goldschlagstraße/Neubaugürtel. Der unbekannte Steinwerfer hatte sich zuvor über ein Baustellenareal Zugang zu dem Gebäude in der Goldschlagstraße 2 verschafft. Dort brach er eine Tür zum Dachboden auf und kletterte über eine Luke auf das Dach.

Von dort bewarf er den Demonstrationszug der Identitären laut Zeugenaussagen mit zumindest zwei Gegenständen - dem Stein sowie einem weißen Plastikkübel. Der 17-Jährige wurde vom Stein getroffen, er brach schwer verletzt zusammen. Der Mann wurde aufgrund seiner schweren Kopfverletzung operiert. Im Koma befand er sich jedoch nie. Falsche Gerüchte darüber führten noch in der Nacht auf Sonntag dazu, dass rund 150 Rechtsradikale bei einer nicht angemeldeten Demonstration durch die Josefstadt zogen.

Der 17-jährige Deutsche, der am Samstag vom Stein getroffen wurde, befindet sich bereits seit Dienstag auf der Normalstation im Krankenhaus. "Es geht ihm gut, er ist stabil", sagte Krankenhaussprecherin Karin Fehringer auf am Donnerstag.

Der Jugendliche war nach der Attacke am Samstagnachmittag operiert worden. Im Koma hatte er sich entgegen zahlreicher Gerüchte nie befunden. Auch war der Deutsche bereits nach der Operation ansprechbar gewesen.

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