Denkwürdiger Tag der Champions League:
Liverpool demütigte Real mit 4:0-Triumph

Bayern feiern gegen Lissabon ihren höchsten Sieg Österreich ist in der Eliteliga nicht mehr vertreten

Denkwürdiger Tag der Champions League:
Liverpool demütigte Real mit 4:0-Triumph © Bild: APA/EPA/Sanders

Das "Weiße Ballett", das die wertvollste Trophäe des europäischen Club-Fußballs schon neunmal und damit so oft wie kein anderer Verein gewonnen hat, tanzt nicht mehr in der Champions League mit. Real Madrid verlor an der Anfield Road das Rückspiel gegen Liverpool FC 0:4 und musste nach dem 0:1 vom ersten Spiel zum fünften Mal im Achtelfinale der "Königsklasse" Abschied nehmen.

Rafael Benitez wird als früher Real-Fan, -Spieler und auch -Nachwuchstrainer die bissigen Kommentare der Presse genüsslich zur Kenntnis genommen haben. "Wir haben schon auswärts gut gespielt, waren da fantastisch. Heute war es wieder so, nur kamen wir diesmal auf andere Art und Weise zum Erfolg. Wir spielten von Beginn weg druckvoll und auf Sieg. Ein Resultat wie dieses gegen einen großen Verein ist eine große Genugtuung", resümierte der Spanier.

Sein Kapitän Steven Gerrard, der mit seinen Kollegen für den Wochenendschlager gegen ManU gerüstet ist, sprach nach seinem 100. Europacup-Spiel von einer der besten Saisonpartien Liverpools: "In den ersten 30 Minuten spielten wir furchteinflößend." Gerrards Real-Pendant Raul musste zugeben: "Liverpool war in allen Belangen besser. Wir können uns nur bei unseren Fans entschuldigen."

Enttäuschung im Real-Lager
Traurigkeit und Enttäuschung herrschte natürlich im ganzen Real-Lager. "Liverpool hat den Aufstieg und den Sieg verdient. In dieser Phase sind alle Teams gleichwertig, da machen Kleinigkeiten den Unterschied aus. Wir wollten den Gegner unter Druck setzen, doch die Tore spielten Liverpool in die Karten", meinte Real-Coach Juande Ramos, der Ende Oktober von Tottenham Hotspur gefeuert worden und von England in die spanische Hauptstadt übersiedelt war und jetzt seine Vertragsverlängerung verspielt haben dürfte. Die Tage von Sportdirektor Pedja Mijatovic scheinen auch schon gezählt.

Bayern feierte Kantersieg
Geschichte schrieb auch der FC Bayern München, dessen Aufstieg nach dem 5:0 in Lissabon gegen Sporting praktisch schon festgestanden war. Der national zerzauste Rekordmeister ließ sich zu Hause aber nicht lumpen und deklassierte die Portugiesen in der Allianz Arena 7:1. Mit dem Gesamtscore von 12:1 lösten die Männer von Jürgen Klinsmann Olymique Lyon als bisher klarsten Aufsteiger ab. Die Franzosen hatten Werder Bremen ebenfalls im Achtelfinale 2004/05 mit 10:2 (3:0/auswärts, 7:2/daheim) ausgeschaltet.

Mit diesen Referenzen für das Viertelfinale, das nächsten Freitag in Nyon ausgelost wird, richtete Klinsmann auch gleich eine Kampfansage an die verbliebene Konkurrenz. "Wir haben deutliche Signale rausgeschickt, dass mit uns zu rechnen ist. Wir zählen zu den besten Acht in Europa, sind hungrig und wollen mehr", tönte der deutsche Ex-Teamchef.

Österreich nicht mehr vertreten
Die Champions League wird ohne österreichischen Beteiligung weiterlaufen, nachdem Panathinaikos gegen Villarreal CF durch eine 1:2-Heimniederlage bzw. Juventus gegen Chelsea FC nach dem Heim-2:2 ausgeschieden sind. Sowohl Andreas Ivanschitz in Athen als auch Alexander Manninger in Turin erlebten den Abschied der Hausherren von der Ersatzbank aus mit.
(apa/red)