Demonstration in Kremser City: "Florian P.,
das war Mord, Widerstand an jedem Ort"

Rund 60 Teilnehmer protestierten in der Altstadt Viele aus Freundeskreis des 14-Jährigen mit dabei

Demonstration in Kremser City: "Florian P.,
das war Mord, Widerstand an jedem Ort" © Bild: APA/Weiss

Etwa 60 Personen haben - nach dem Tod des 14-jährigen Florian P. durch eine Polizeikugel in einem Kremser Merkur-Markt - in der City der niederösterreichischen Bezirksstadt demonstriert. Der Aufruf zu der Kundgebung unter dem Motto "Demo gegen Polizeimorde" war aus Wien gekommen. Die Teilnehmer hatten sich am Bahnhof gesammelt, ehe sie über die Ringstraße in die Kremser Altstadt marschierten.

Es handle sich um eine "spontane Aktion", sagte Fabian, der mit rund 30 weiteren Personen per Zug aus Wien angereist war. Etwa ebenso viele Teilnehmer an der Kundgebung stellten Kremser Jugendliche aus dem Freundes- und Bekanntenkreis des 14-Jährigen.

"Das war Mord!"
Die Demonstranten aus Wien hatten zwei Transparente mit den Aufschriften "05.08.09: Das war Mord!! Sch.... Kibarei" und "Ermordet zum Schutz des Kapitals" mitgebracht. "Florian P, das war Mord, Widerstand an jedem Ort", skandierten sie. "Wen lieben wir? Flo. Wen hassen wir? Kiberer", riefen immer wieder die Kremser Jugendlichen, die u.a. ein Kreuz und ein Porträt des 14-Jährigen mit sich trugen. Außerdem hatten sie eine Schachtel für "Spenden für Flo's Gedenkstätte" dabei.

"Florian P. von der Polizei getötet. Wandelt Wut und Trauer in Widerstand!", hieß es auf einem mit "Linksradikale aus Wien, 9. August 2009" unterzeichneten Flugblatt, das verteilt wurde. Laut Fabian waren "Aktivisten aus unterschiedlichen Zusammensetzungen" nach Krems gekommen. "Die Täter sind für uns die Polizisten, die geschossen haben." Es werde eine Diskussion "über Jugendkriminalität statt über Polizeigewalt" geführt, so die Kritik die Demonstranten aus Wien.

Magistratsdirektor Karl Hallbauer hatte die Teilnehmer an der Kundgebung noch am Kremser Bahnhof darauf hingewiesen, dass die Veranstaltung so lange geduldet werde, so lange kein sicherheitsbehördliches Einschreiten notwendig sei. Der Marsch in die Innenstadt verlief ohne Zwischenfälle.
(apa/red)