Demo kleiner als erwartet: Rund 20.000 protestieren in Türkei gegen Papst-Besuch

Zuvor war eine Million Teilnehmer erwartet worden Mossad-Agenten zum Schutz des Papstes in Türkei

Demo kleiner als erwartet: Rund 20.000 protestieren in Türkei gegen Papst-Besuch

Relativ schwach war die Beteiligung an der Anti-Papst-Demonstration in Istanbul , zu der die islamistische "Glückseligkeitspartei" (Saadet Partisi/SP) aufgerufen hatte. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA nahmen statt der erwarteten einen Million Demonstranten lediglich 10.000 bis 15.000 zum Großteil junge Menschen an der Kundgebung teil. Die Agentur Reuters berichtete von 20.000 Teilnehmern.

Die Demonstration verlief ohne Zwischenfälle. Zu den Kundgebungsteilnehmern sprachen eine Reihe von SP-Führern, darunter ihr Präsident Recai Kutan. Dagegen fehlte der charismatische Islamistenführer und Ex-Premier Necmettin Erbakan. Beobachter meinen, dass die Saadet-Partei die Kundgebung vor allem für Werbung in eigener Sache nutzen wollte. Die Partei, die bei den letzten Wahlen nur 1,2 Prozent der Stimmen erhielt, ist nicht im Parlament in Ankara vertreten.

Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi berichtete unterdessen unter Berufung auf die italienische Zeitung "La Repubblica", dass zum Schutz des Papstes während seines Türkei-Besuchs auch Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad eingesetzt werden sollen. Sie seien zusammen mit Sicherheitsbeamten des Vatikan in der Türkei eingetroffen, um die türkischen Behörden zu unterstützen.

Laut "La Repubblica" wurde vor einigen Wochen eine Gruppe von Personen in Istanbul verhaftet, die angeblich einen Anschlag auf Papst Benedikt XVI. vorbereitete. Über die Identität und Nationalität der Festgenommenen wurde nichts bekannt. Auch der für die Ökumene zuständige deutsche Kardinal Walter Kaspar, der den Papst auf seiner Türkei-Reise begleitet, sollte Ziel eines Anschlags werden. (apa/red)