Dem Manhatten der Toskana wirds zuviel:
Fremdenverkehr erdrosselt San Gimignano

Bis zu 120 Busse und 10.000 Besucher pro Tag Das Dorf will einen Numerus Clausus für Touristen

Dem Manhatten der Toskana wirds zuviel:
Fremdenverkehr erdrosselt San Gimignano

Der Tourismus wird der toskanischen Ortschaft San Gimignano, die wegen ihrer mittelalterlichen Türme eine Attraktion für Besucher aus der ganzen Welt ist, zu viel. Die 7.400 Seelen-Gemeinde unweit von Siena will einen Numerus Clausus für Touristen einführen.

"Der Fremdenverkehr erdrosselt uns. Bis zu drei Millionen Touristen besuchen jährlich das Dorf. Im Sommer sind es 10.000 pro Tag. Bis zu 120 Busse erreichen pro Tag unsere Gemeinde und bleiben maximal eine Stunde", so Bürgermeister Marco Lisi. Er beklagte, dass es im wunderbaren Zentrum der Gemeinde wegen des Tourismusgedränges oft zu chaotischen Zuständen kommt. "San Gimignano ist kein Disneyland. Im Zentrum leben 1.400 Menschen. Wir wollen, dass das Dorf seine Eigenschaften bewahrt, daher müssen wir uns vor dem Tourismus schützen", so der Bürgermeister,

Stadt der Türme
Den Beinamen "Manhattan des Mittelalters" versteht man sofort, wenn man die einzigartige Silhouette von San Gimignano aus der Ferne gesehen hat. Die vielen Wehrtürmen, auch Geschlechtertürme genannte, sind wegen der erhöhten Lage der Stadt schon von weitem sichtbar. Die mit winzigen Fenstern versehenen Türme - ursprünglich 72, aber heute nur noch 15 erhalten - wurden als Schutz vor marodierenden Banden gebaut, aber auch gegen konkurrierende Adelsfamilien. Sie wurden immer höher gezogen, weil keine Familie der anderen nachstehen wollte. Im Jahre 1255 wurde dem Wachsturm ein Ende gesetzt: Der Rathausturm wurde zum höchsten der Stadt erklärt und kein anderer durfte ihn überragen.