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Dehnungsstreifen: Was
hilft gegen die kleinen Risse?

Ratgeber - Dehnungsstreifen: Was
hilft gegen die kleinen Risse? © Bild: Shutterstock/ Monning27

Viele Menschen, insbesondere Frauen, sind von Dehnungsstreifen betroffen. Doch woher kommen die kleinen rötlichen, blauen oder weißen Risse der Haut eigentlich? Und wie lassen sie sich am besten behandeln oder sogar ganz vermeiden?

Striae cutis distensae – Dehnungsstreifen medizinisch gesehen

Bei Dehnungsstreifen handelt es sich um Verfärbungen der Haut, welche die Form von Rissen oder Blitzen haben. Aufgrund der durchschimmernden Unterhaut erscheinen die betroffenen Bereiche rötlich verfärbt. Der medizinische Fachbegriff Striae cutis distensae bedeutet übersetzt ebenfalls „Streifen der überdehnten Haut“. In der Regel entstehen sie, wenn sich Haut in kurzer Zeit stark ausdehnt, beispielsweise während Schwangerschaften. Daher ergeben sich die Bezeichnungen Dehnungs- oder auch Schwangerschaftsstreifen. Am häufigsten sind Frauen betroffen, und nicht gerade wenige schämen sich für ihre Streifen und versuchen, sie mit Make-up oder anderen Mitteln zu kaschieren.

Die Entstehung von Dehnungsstreifen

Dehnungsstreifen entstehen, wenn Gewebe durch übermäßige Ausdehnung in kurzer Zeit besonders belastet wird. Dies tritt beispielsweise im Wachstum während der Pubertät, bei großer Gewichtszunahme oder in der Schwangerschaft auf. Häufig von Dehnungsstreifen betroffen sind:

  • Bauch
  • Brüste
  • Hüfte
  • Gesäß
  • Oberarme

Dehnt sich die Haut zu schnell aus, entstehen winzige Risse in der Unterhaut. Diese werden als rötliche oder bläuliche Streifen sichtbar. Auch wenn sie ausheilen, sind sie noch als weißes Narbengewebe wahrnehmbar. Als solches können sie auch nicht mehr gebräunt werden. Je geringer die Elastizität des Bindegewebes, desto wahrscheinlicher ist das Einreißen der Haut.

Die Ursachen von Dehnungsstreifen

  • Wachstum
  • Gewichtszunahme
  • Schwangerschaft

– das sind die häufigsten Ursachen. Gerade aufgrund der Assoziation mit Schwangerschaften wird oft angenommen, nur Frauen wären betroffen, jedoch können Dehnungsstreifen auch bei Männern auftreten. So kann beispielsweise auch ein schnelles Muskelwachstum durch intensiven Sport wie Bodybuilding die Haut überstrapazieren. Ob letztendlich Risse entstehen oder nicht, hängt von der Hautelastizität ab. Diese wiederum ist durch viele Faktoren beeinflusst:

  • Bindegewebsschwäche
  • Hormonelle Einflüsse
  • Genetik
  • Kortison-Einnahme

Entgegenwirken kann man diesen Faktoren nur bedingt. Sind beispielsweise Ihre Eltern von Dehnungsstreifen betroffen, ist die Wahrscheinlichkeit auch bei Ihnen sehr hoch.

Schwangerschaftsstreifen

Während einer Schwangerschaft muss die Haut insbesondere am Bauch eine enorme Dehnung in kürzester Zeit aushalten. Zusätzlich setzen hormonelle Einflüsse die Elastizität der Haut herab. Schwangerschaftsstreifen sind somit fast unvermeidbar. Zusätzlich können diese Dehnungsstreifen sogar schmerzhaft sein. Viele Schwangere versuchen deren Entstehung vorzubeugen, indem sie regelmäßig pflegende Öle einmassieren*, um die Elastizität der Haut zu fördern. Die Pflege der Haut sollte idealerweise während der gesamten Schwangerschaft regelmäßig erfolgen, also auch dann schon, bevor der Bauch sichtbar wächst. Nach der Geburt bildet sich die überschüssige Haut zurück und die Risse heilen, bleiben jedoch als helle Narben sichtbar.

Behandlungsmöglichkeiten der Dehnungsstreifen

Es gibt vielfältige Arten Dehnungsstreifen zu vermeiden oder zu behandeln. Dazu zählen unter anderem:

  • Vorbeugung
  • Massageöle
  • Spezielle Cremes
  • Kosmetische Therapien, z.B. Needling oder Lasern

Komplett entfernen lassen sich Dehnungsstreifen leider nicht, daher ist es am besten, ihnen effektiv vorzubeugen. Eine vorbeugende Maßnahme ist beispielsweise das Tragen eines Sport-BHs für Frauen mit größeren Brüsten, da zu starke, abrupte Bewegungen das Brustgewebe stark belasten. Grundsätzlich ist Sport aber sehr förderlich, nicht nur um eine Gewichtszunahme zu vermeiden, sondern auch, um das Bindegewebe zu stärken. Am besten führen Sie nach dem Sport noch Wechselduschen durch, um die Durchblutung der Haut anzuregen.

Hausmittel gegen Dehnungsstreifen

Das wohl einfachste und verbreitetste Mittel, das Sie ganz einfach selbst anwenden können, ist die Massage. Verschiedene Techniken fördern Durchblutung und Elastizität des Bindegewebes. Beliebt und bewährt ist die Zupfmassage, hierbei werden mit den Fingern kleine Hautrollen gebildet und es wird sanft an diesen gezupft. Zusätzlich kommen pflegende Massageöle zum Einsatz, beispielsweise aus Mandel-, Kokos- oder Orangenöl. Auch alles, was die Wundheilung fördert, wie Tinkturen aus Kamille oder Ringelblume, verhindert eine ausgeprägte Narbenbildung.

Medizinische Cremes

Eine Vielzahl von Cremes gegen Dehnungsstreifen* ist auf dem Markt erhältlich, jedoch bewähren sich nur wenige tatsächlich. Eine gute Wirkung ist bei Vitamin-A-Säure, auch Tretinoin genannt, nachgewiesen. Sie führt zu schwächer ausgeprägten Narben. Schwangere sollten jedoch aufpassen: Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf diese Creme nicht verwendet werden.

Kosmetische Eingriffe: Needling

Wem die Wirkung von Cremes und Ölen nicht ausreicht, kann Hilfe auch bei einem Arzt für kosmetische Medizin suchen. Ein moderner Eingriff zur Bekämpfung der unliebsamen Risse ist das sogenannte Micro-Needling. Kleine Nadeln, an einem Roller befestigt, werden über die Haut bewegt und verursachen winzige Stichverletzungen. Die Haut wird dazu angeregt, neu zu verheilen und mehr Kollagen zu bilden, welches der Haut ihre Elastizität gibt. Dieses Verfahren ist – auch wenn es nicht so klingen mag – schmerzlos. Wer will, kann eine Nadelrolle auch für den Hausgebrauch kaufen. Sicherer ist die Methode jedoch bei einem Hautarzt oder ausgebildeten Kosmetiker.

Kosmetische Eingriffe: Lasern

Ein Eingriff mit einem sogenannten Fraxel-Laser stellt eine weitere Möglichkeit dar, Dehnungsstreifen abzuschwächen. Auch hier wird die Haut absichtlich, wenn auch kaum wahrnehmbar, verletzt. Während der Wundheilung soll neues, gesündere Gewebe entstehen und die Haut gestrafft werden. Die Kosten von um die 300 bis 400 € werden von Krankenkassen jedoch nicht übernommen, da es sich um eine rein kosmetische Behandlung handelt. Zusätzlich kann die Laser-Behandlung durch Ultraschall unterstützt werden, auch dies regt die Regeneration der Haut an. Bei beiden Techniken wird der Erfolg jedoch meist erst nach einigen Monaten sichtbar.

Mut zur eigenen Haut

Einmal entstanden, verschwinden Dehnungsstreifen trotz zahlreicher Behandlungsmöglichkeiten nie wieder komplett. Insbesondere Frauen leiden oft unter diesem optischen Makel. Aktionen wie Love your lines laden dazu ein, Dehnungsstreifen als einzigartigen und individuellen Teil des eigenen Körpers zu akzeptieren.

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