Defekte Gasthermen können tödlich sein: Wichtiges über Wartung und Überprüfung

Nur der Fachmann wartet und überprüft richtig PLUS: Die gesetzlichen Wartungsintervalle

Defekte Gasthermen können tödlich sein: Wichtiges über Wartung und Überprüfung © Bild: APA

Wien-Favoriten: Mit Verdacht auf Kohlenmonoxid-Vergiftungen sind in der Nacht auf Montag ein 34-jähriger Mann, seine 31-jährige Frau sowie deren dreijährige Tochter aus der gemeinsamen Wohnung in der Fingergasse in ein Spital eingeliefert worden. Laut Polizei stand die Frau um 3.00 Uhr auf, um ein Glas Wasser gegen die Übelkeit zu trinken, und sackte zusammen. Ihr Mann verständigte daraufhin die Einsatzkräfte, die einen Gasaustritt durch einen defekten Durchlauferhitzer feststellten.

Die Experten des Störungs- und Gebrechen-Behebungsdienstes der Wien Energie wurden in den letzten Jahren zu knapp 100 Einsätzen gerufen, wo Kohlenmonoxid die Unfallursache war. All diese Unfälle hätten aus unserer Sicht durch rechtzeitige Wartung und Überprüfung der Feuerstätten vermieden werden können.

Jährliches Autoservice ist kein Problem, warum nicht auch Gasgerätewartung?
Mit Kontrollen sollte man es daher halten wie mit dem jährlichen Autoservice. Am Ende einer jeden Heizsaison war eine Anlage im Schnitt mindestens 1.400 Stunden in Betrieb. Umgelegt auf ein Fahrzeug würde das bedeuten, dass bei einer mittleren Geschwindigkeit von 50 km/h 70.000 Kilometer zurückgelegt wurden - jeder Besitzer hätte sein Auto während Absolvierung dieser Strecke mehrmals vorsorglich überprüfen lassen.

Nur der Fachmann wartet und überprüft richtig
Grundsätzlich müssen alle Heizungsgeräte fachgerecht installiert und die Luftzufuhr in den Heizungsraum muss freigehalten werden. Gesetzlich vorgeschriebene Überprüfungstermine wie Hauptkehrungen. Gut gewartet Anlagen schützen nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Umwelt: Sie arbeiten effizienter, brauchen weniger Gas. Das senkt die Heizkosten und den CO2-Ausstoß.

Falsch gesetzte Energiesparmaßnahmen - Thermosanierung, dichte Fenster und Türen - sowie fehlendes und falsches Lüften können so gesehen gefährlich werden, warnten die Experten. Um sicherzugehen, dass nach baulichen Veränderungen oder der Installation von Abluftgeräten ausreichend Luft nachströme, sollte man nach Renovierungen eine Messung durch einen Rauchfangkehrer durchführen lassen.

Neben verschmutzten Geräten können auch zu dichte Räume oder Ablufteinrichtungen zu Vergiftungen führen. Feuerstätten brauchen für die Verbrennung ausreichend frische Luft. Entsteht durch mangelnde Belüftung ein Unterdruck, kann sich die Abgasabführung umkehren und in den Raum geleitet werden.

Warnung vor Billiganbietern
Die Wiener Installateur-Innung warnt vor Billiganbietern, die mit vermeintlichen Rabatt- und Sonderangeboten Werbung mit Flugblättern machen. Ing. Michael Mattes, Innungsmeister der Wiener Installateure: "Diesen Firmen fehlt oft die Gewerbeberechtigung. Die vermeintlichen Monteure sind oft ohne Fachausbildung und gefährden durch ihre Aktivitäten Leib und Leben." Der Wiener Innungsmeister empfiehlt, in der näheren Umgebung nach einem der 900 Installateur-Fachbetriebe zu sehen oder die Innung zu fragen.

Gesetzliche Wartungsintervalle
Das Wiener Feuerpolizei-, Luftreinhalte- und Klimaanlagengesetz schreibt die jährliche Reinigung aller Feuerungsanlagen eindeutig vor (§ 15a). "Die Veranlassung der Wartung von Feuerstätten in und die Beseitigung der Ablagerungen aus sonstigen Räumen obliegt deren Benützern." 5-Liter-Kleinwasserheizer ohne Kaminanschluss, die dem heutigen Stand der Warmwasserbereitungstechnik in keinster Art und Weise entsprechen, sind darüber hinaus, entsprechend der Gas-Durchlauf-Wasserheizer-Verordnung, wiederkehrend alle zwei Jahre von einem befähigten Fachmann überprüfen zu lassen.

(pressetext.at/red)