EM 2016 von

Debütant Island will Portugal-Star Ronaldo "stoppen"

Isländer wollen einen guten EM-Start erwischen © Bild: APA (AFP)

In der Österreich-Gruppe F bekommt es EM-Debütant Island am Dienstag in St. Etienne (21.00 Uhr) gleich zum Auftakt mit Portugal und Cristiano Ronaldo zu tun. Um den Superstar von Real Madrid muss man sich wohl auch besonders kümmern. "Wenn wir Ronaldo stoppen können, haben wir eine Chance", sagte Islands Johann Berg Gudmundsson. Allerdings gehen die Portugiesen recht selbstbewusst ins Turnier.

Denn die Vorbereitung der Truppe von Trainer Fernando Santos verlief gut, im Gegensatz zur verkorksten WM vor zwei Jahren in Brasilien sind diesmal alle Spieler fit. Vor allem Ronaldo, der das Um und Auf der Mannschaft ist, hat seine Oberschenkelprobleme weitgehend wieder auskuriert, auch wenn er kurz vor EM-Start gestand: "Ich bin noch nicht in Bestform."

Ein Fragezeichen schwebt derzeit allerdings über Ricardo Quaresma, der an einer Muskelblessur laboriert. Bei der EM-Generalprobe gegen Estland (7:0) zeigte der Besiktas-Stürmer, der in den Tests davor nie in der Startelf gestanden war, mit drei Toren eine starke Leistung. Sollte Quaresma nicht fit werden, wird wohl Fenerbahce-Akteur Nani an der Seite Ronaldos stürmen.

Wolfsburg-Kicker Vieirinha warnte seine Kollegen indes davor, die Nordmänner zu unterschätzen. "Natürlich sind wir der Favorit in diesem Spiel. Aber das müssen wir auf dem Platz auch beweisen", sagte der 30-Jährige am Sonntag. "Das Wichtigste wird unsere Konzentration und unsere Einstellung sein. Wir müssen Respekt vor Island haben, müssen aber vor allem unser eigenes Spiel durchziehen."

Hoffnung darf den Isländern machen, dass Portugal zuletzt schon einmal Probleme mit einem kleinen Gegner hatte. Gleich zu Beginn der EM-Qualifikation gab es ein 0:1 gegen Albanien - der damalige Trainer Paulo Bento musste danach gehen. Den Isländern wiederum gelangen in der EM-Qualifikation zwei Siege über die Niederlande.

"Man kann die Portugiesen durchaus mit den Holländern vergleichen", befand Islands Erfolgstrainer Lars Lagerbäck. Der Schwede geht trotz der zuletzt schwachen Leistungen in den Freundschaftsspielen mit viel Zuversicht ins Turnier. "Nein, dazu ist die Mentalität der Mannschaft einfach viel zu gut. Ich mache mir da absolut gar keine Sorgen", betonte der 66-Jährige.

Eidur Gudjohnsen, der einzige isländische Fußballstar, dürfte gegen Portugal nur auf der Bank sitzen. Der Ex-Profi des FC Barcelona, Champions-League-Sieger von 2009, Rekordschütze seiner Nation, ist mit inzwischen 37 Jahren längst nicht mehr auf dem Zenit seiner Leistungsfähigkeit. Als gesetzt im Sturm gilt dafür Kolbeinn Sigthorsson vom FC Nantes. Die Deutschland-Legionäre Alfred Finnbogason und Bödvarsson kämpfen um den zweiten Platz im Angriff neben dem Mann vom FC Nantes. Rapid-Neuzugang Arnor Ingvi Traustason wird nicht in der Startelf erwartet.