Debatte um Raub-Kunst neu entflammt:
Neue Dokumente zur Sammlung Leopold

"profil": Belege für NS-Vergangenheit von Gemälden Drei Werke des Malers Albin Egger-Lienz betroffen

Debatte um Raub-Kunst neu entflammt:
Neue Dokumente zur Sammlung Leopold © Bild: APA/Himml

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner neu erscheinenden Ausgabe berichtet, sind neue Informationen über die Provenienzen von drei Bildern des Osttiroler Malers Albin Egger-Lienz aufgetaucht. Es handelt sich dabei um die Ölgemälde "Mittagessen" (Zweite Fassung, 1910), "Die Bergmäher" (Erste Fassung, 1907) und "Der Dengler" (Fassung von 1910).

"profil" nahm Einsicht in NS-Dokumente, die belegen, dass die "Bergmäher" dem einstigen Besitzerehepaar Therese und Oskar Neumann während der NS-Herrschaft entzogen wurden. 1943 befand sich das Kunstwerk nachweislich im Privatbesitz des damaligen Nazi-Funktionärs Armin Huber, der als Mitglied der Vermögensverkehrsstelle für Arisierungen zuständig war. Es dürfte sich um jene Fassung handeln, die heute in den Ausstellungsräumen der Stiftung Leopold hängt.

Auch bezüglich des "Denglers" bestehen angesichts neuer Indizien kaum noch Zweifel, dass es sich dabei um jenes Werk handelt, das dem 1945 im KZ Bergen-Belsen getöteten Kunstsammlers und Salamifabrikanten Moric Pick entzogen worden ist.

Erklärungsbedarf hat das Leopold Museum ferner bezüglich der Herkunft des Bildes "Mittagessen". Die Stiftung führt in ihrer Provenienz-Datenbank an, das Gemälde im Jahr 1968 dem Wiener Kunsterben Leopold Hauer abgekauft zu haben. Doch wie aktuelle "profil"-Recheren ergaben, ließ Hauer das Bild bereits 1920 bei der Wiener Kunsthandlung Wawra versteigern.
Die ganze Geschichte lesen Sie im aktuellen profil 33/2008.