Deal in Versicherungsbranche: UNIQA übernimmt ukrainische Credo-Classic

Schrittweise Übernahme der Aktienmehrheit bis 2008 UNIQA bekommt sofort Managementfunktionen

Die börsenotierte UNIQA Versicherungen AG übernimmt die sechstgrößte ukrainische Versicherung Credo-Classic. Man habe mit den fünf Aktionären von Credo-Classic die schrittweise Übernahme der Aktienmehrheit an Credo vereinbart, teilte die UNIQA in der Nacht auf Donnerstag ad hoc mit. Darüber hinaus wurde die Gründung einer Lebensversicherung vereinbart.

In einem ersten Schritt übernimmt UNIQA 35 Prozent an Credo. Gleichzeitig wurde die sukzessive Übernahme von weiteren Aktienpaketen vertraglich fixiert, wodurch UNIQA im Jahr 2008 über 51 Prozent des Aktienkapitals an Credo-Classic verfügen wird und den Anteil bis 2009 auf 76 Prozent erhöhen wird.

Der gesamte Kaufpreis für die 76 Prozent des Aktienkapitals der Credo-Classic orientiert sich ähnlich wie bei einem "Earn-Out" an den künftigen Geschäftserfolgen der Gesellschaft in den einzelnen Phasen des schrittweisen Erwerbes. Mit den derzeitigen Aktionären von Credo-Classic wurde auch die unmittelbare Gründung einer Lebensversicherungsgesellschaft vereinbart, an welcher UNIQA und Credo-Classic zu je 50 Prozent beteiligt sein werden.

Credo-Classic war bisher ausschließlich im Bereich der Nichtlebensversicherung tätig. Unmittelbar mit dem Markteinstieg werden UNIQA wesentliche definierte Management- und Kontrollfunktionen eingeräumt werden. Die Transaktionen bedürfen noch der Zustimmung der zuständigen Behörden. Mit dem Engagement von UNIQA wird Credo-Classic zur größten ukrainische Versicherung mit einem westeuropäischen Aktionär.

"Der Erwerb einer der renommiertesten Versicherungen der Ukraine eröffnet für UNIQA die Möglichkeit gemeinsam mit einem starken und erfahrenen lokalen Partner bereits in einem sehr frühen Stadium an der prosperierenden Marktentwicklung der Ukraine zu partizipieren", sagte UNIQA-Generaldirektor Konstantin Klien laut Mitteilung. Mit dem schnellen Einstieg in die Lebensversicherung über die zu gründende Gesellschaft sieht Klien vor allem in einer Vertriebskooperation mit der Raiffeisen-International-Tochter Aval Bank - mit 1.400 Filialen und mehr als 3 Millionen Kunden - im Rahmen der "Preferred Partnership" die größten Entwicklungspotenziale.

Credo-Classic wurde 1994 gegründet und erreichte nach vorläufigen Daten 2005 ein Prämienvolumen von 28,3 Mio. Euro (+32,3 Prozent). Obwohl der Privatkundenanteil deutlich über dem Marktschnitt liegt, dominiert - entsprechend der Marktsituation in der Ukraine - noch das Großkundengeschäft. Bisher war die Gesellschaft mit Firmensitz in Kiew auf die Sparten der Nichtlebensversicherung konzentriert und wird nun gemeinsam mit UNIQA auch die Lebensversicherung aktiv betreiben.

2005 erwirtschafteten die fast 400 Versicherungsunternehmen in der Ukraine nach vorläufigen Daten in Summe ein Prämienvolumen von rund 2,8 Mrd. Euro - nur knapp mehr als 2 Prozent davon stammen aus der Lebensversicherung. Die zehn größten Versicherungen haben in Summe einen Marktanteil von nur knapp über 12 Prozent.

Die größten Wachstumspotenziale werden für die nächsten Jahren in der erst seit 2004 obligatorischen Kfz-Haftpflichtversicherung und der noch unterentwickelten Lebensversicherung erwartet. (apa/red)