Gerüchteküche von

David Alaba zu Real Madrid? -
Warum es ernst werden könnte

Champions-League-Sieger zeigt erneut Interesse am Bayern-Star - Nur zu logisch

David Alaba springt beim Jubel © Bild: GEPA pictures/ Witters/ Valeria Witters

Real Madrid will David Alaba. Dieses Transfergerücht sorgte schon mehrmals für Aufregung - zuletzt Ende Oktober. Nun will die spanische Sportzeitung "as" erneut von einem Interesse des amtierenden Champions-League-Siegers am Bayern-Star wissen. Grund genug, um uns die Lage einmal anzusehen. Der ÖFB-Legionär in Diensten des "weißen Balletts"? Keineswegs aus der Luft gegriffen.

Was dafür spricht:

Alabas Hochform

David Alaba spielt zur Zeit wieder groß auf. Nachdem der 22-Jährige im November des vergangenen Jahres durch eine Meniskusverletzung wochenlang ausgefallen war, ist er längst wieder unumstrittene Stammkraft im Star-Ensemble der Bayern. Alaba stand in allen Partien des Jahres 2015 über die volle Spielzeit auf dem Feld und lieferte mehr als beachtliche Leistungen ab. Im Cup gegen Braunschweig und am letzten Wochenende gegen Bremen untermauerte der Wiener zudem seinen Ruf als gefürchteter Freistoß-Schütze. Da Real Madrid stets den Anspruch stellt, die besten Spieler der Welt in seinen Reihen zu haben, kommt man in der spanischen Hauptstadt nicht am ÖFB-Star vorbei.

Real sucht einen Linksverteidiger

Seit Jahren gilt David Alaba als einer der besten, wenn nicht der beste, Linksverteidiger der Welt. Mit Marcelo steht der direkte Konkurrent um diesen inoffiziellen Titel zwar bei Real unter Vertrag, doch wird schon seit Monaten über einen Abschied des Brasilianers spekuliert. Juventus Turin soll bereit sein, den 26-Jährigen aus seinem Kontrakt freizukaufen. Marcelos Backup bei den "Königlichen", Fabio Coentrao, genießt kein großes Vertrauen unter Carlo Ancelotti, stand bei 14 Einsätzen nur vier Mal über 90 Minuten auf dem Feld. Dass die Linksverteidiger-Position eine Baustelle der Zukunft für den spanischen Rekordmeister ist, beweist auch die Tatsache, dass bereits offen um Jose Luis Gaya vom FC Valencia gebuhlt wurde. Der U21-Teamspieler wäre die günstigere Variante zu Alaba, für den eine Ablöse von weit über 40 Millionen kolportiert wird.

Universalität

Warum sich die Millionen-Ablöse an den FC Bayern für Real dennoch rentieren würden? Weil man mit David Alaba nicht nur einen Linksverteidiger bekommt, sondern auch einen Innenverteidiger, einen offensiven und einen defensiven Mittelfeldspieler. Dank der individuellen Klasse des Österreichers und der taktischen Variabilität im System Pep Guardiola ist Alaba längst nicht mehr auf eine Position beschränkt. Eine Tatsache, die in Madrid nur zu gern gesehen wird, wie die aktuelle Misere im defensiven Mittelfeld (Luka Modric war verletzt, Sami Khedira, Lucas Silva und Asier Illarramendi überzeugten nicht) veranschaulicht.

Alaba mit Guardiola
© GEPA pictures/ Witters/ Tim Groothuis Pep Guardiola weiß, was er an David Alaba hat

Was dagegen spricht:

Der Preis

40 Millionen habe Real den Bayern bei den letzten Abwerbungsversuchen angeblich geboten. Eine Summe, die den finanziell solide geführten Verein nicht einmal nervös gemacht hat. Bedenkt man die Jugend Alabas und seine Vertragslaufzeit von weiteren drei Jahren, wird es also auch diesen Sommer nicht günstig. Dass Präsident Florentino Perez durchaus bereit ist, sein Scheckbuch zu zücken, hat er in der Vergangenheit des öfteren bewiesen - 100 Millionen für Gareth Bale, 94 Millionen für Cristiano Ronaldo oder 80 Millionen für James Rodriguez. Ob er eine Summe dieser Dimension auch für einen Defensivspieler investiert, bleibt jedoch zu bezweifeln.

Alaba ist glücklich

Um die Bayern von der Sinnhaftigkeit eines Verkaufs zu überzeugen, wird es aber die Ablöse im oben angedeuteten Ausmaß brauchen, denn: Der Spieler will nicht gehen. David Alaba betont immer wieder, wie glücklich er in München ist. "Ich bin seit 2008 hier beim FC Bayern, das ist inzwischen längst mein Verein geworden," ließ er nach seiner letzten Vertragsverlängerung erfreut verlautbaren. Der Wiener erfreut sich auch dank seines lockeren Schmähs und seiner kleinen Scherze sowohl bei den Fans als auch im Umfeld und bei den Mitspielern großer Beliebtheit. Den Weg Richtung Münchner Kultfigur beschreitet er Schritt für Schritt.

Ein Schritt nach unten?

Um rundum zufrieden zu sein, müssen natürlich auch die sportlichen Perspektiven stimmen. Und was will man zu einem Verein sagen, der in den letzten drei Jahren zwei Mal im Champions-League-Finale gestanden ist und sich aktuell mit dem Titel Double-Sieger schmücken darf. Darüber hinaus läuft alles darauf hin, dass diese Bezeichnung auch im nächsten Jahr noch ihre Gültigkeit besitzt. Die Meisterschaft ist der Truppe von Pep Guardiola nur noch rechnerisch zu nehmen und auch im DFB-Pokal liegt man auf Kurs. Dazu ist man in der Champions League nach dem 7:0 gegen Shakhtar Donetsk wieder zum Top-Favoriten aufgestiegen. Real hat hingegen die Cup-Titelchance schon verspielt, liegt in La Liga wieder im Hintertreffen und musste in der "Königsklasse" ums Weiterkommen bangen. Größere Titelchancen bringt ein Wechsel nach Madrid also nicht wirklich. Und dennoch: Real bleibt Real. Ob dieser Name nicht auch David Alaba anzieht...

Kommentare