Dauerbrenner Falschgeld: "Blüten" sind
in Österreich wieder verstärkt im Umlauf

Lebensmittelhandel von Betrug besonders betroffen Auch Tankstellen, Trafiken und Baumärkte im Visier

Die Gefahr, statt echtem Geld nur wertloses Papier zu erhalten, steigt wieder: Seit Herbst 2006 ist laut Bundeskriminalamt ein stetiger Anstieg im Bereich der Falschgeldkriminalität feststellbar. Während 2005 und im ersten Halbjahr 2006 ein Rückgang verzeichnet wurde, steigt seither die Anzahl von "Blüten" kontinuierlich an. Brennpunkte sind Salzburg, Wien und Niederösterreich. Der Lebensmittelhandel ist besonders betroffen.

Ein verstärktes Auftreten der Falschgeldverteiler ist in allen Bundesländern zu registrieren. Dabei sind die urbanen Zonen, vor allem die Landeshauptstädte, beliebte Plätze, um falsche Euros in Umlauf zu bringen.

An vorderster Front hat der Lebensmittelhandel mit dem Problem zu kämpfen, gefolgt von Tankstellen, Trafiken und Baumärkten. Vorsicht ist jedoch im gesamten Handel geboten. Falsche 200-Euro-Banknoten sind am häufigsten, ein Anstieg ist allerdings auch bei gefälschten "50ern" und "100ern" zu bemerken.

Laut Auskunft der Kriminalpolizei war 2005 ein großer Schlag gegen die Falschgeldverbreitung gelungen. Damals war ein "Kapazunder" - ein aus Bulgarien stammender Straftäter und eine der Schlüsselfiguren - festgenommen worden. In der Folge war die Anzahl an "Blüten" merklich zurückgegangen.

Mittlerweile dürften sich die Geldfälscher neu organisiert haben und deshalb erneut massiv auf den Plan treten. Die Produktionsstätten werden in Südosteuropa vermutet. Bestätigt wurde dies durch einen Ermittlungserfolg im Februar: Unter internationaler Zusammenarbeit von Österreich, Deutschland, Slowenien und Europol wurde eine Falschgelddruckerei in Bosnien ausgehoben.

Abgesehen von wieder erstarkten Geldfälscherorganisationen trägt die immer bessere Qualität der "Blüten" dazu bei, dass diese vermehrt in Umlauf gelangen.

Dennoch seien Fälschungen durch eine relativ einfache Kontrolle auf fehlende Sicherheitsmerkmale nach wie vor erkennbar. Stattdessen dürfte aber die Aufmerksamkeit im Handel nachgelassen haben, was sich daran zeige, dass mitunter auch sehr schlechte und leicht als Fälschungen identifizierbare Scheine angenommen würden.

(apa/red)