Datenskandal von

Ärzte: Mehr Daten an Marktforscher

Laut Vertrag geben betroffene Ärzte Diagnosen, Therapien und Laborwerte weiter

Datenskandal: Ärzte haben auch Informationen über Krankheiten weitergegeben. © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Der Datenskandal weitet sich aus: Nicht nur Rezept, Alter und Geschlecht von Patienten, sondern auch Informationen über Krankheiten sollen verkauft worden sein. Österreichische Ärzte haben offenbar Diagnosen, Therapien und Laborwerte an das Marktforschungsunternehmen IMS Health weitergegeben.

IMS bekommt quasi die gesamte Patientenakte, berichtete die "Presse" anhand eines Vertrags zwischen der Firma und einem Arzt, der der Zeitung vorliegt.

In dem Vertrag verpflichtet sich der Arzt der Zeitung zufolge, die Daten seiner Patienten monatlich und für mindestens ein Jahr zu liefern, für 432 Euro brutto im Jahr. Dafür weiterleiten muss er unter anderem Patientennummer, Geschlecht, Geburtsjahr, Krankenscheinart, Dauer- und Akutdiagnosen und "alle Verordnungen". Verlangt werden vom Unternehmen etwa auch Angaben über die Dosierung, Informationen zu Überweisungen an andere Ärzte, Therapien, Therapiewechsel und Therapieabbrüche, inklusive der dazugehörenden Begründungen. Auch verpflichtet sich der Arzt zum Versand "aller erhobenen Laborwerte".

Gleichzeitig tritt der Unterzeichner demnach alle Ansprüche auf die Daten ab und erlaubt IMS, die Daten "zu nutzen, zu verwerten und zu verarbeiten sowie Dritten Nutzungs- und Verwertungsrechte daran einzuräumen".

Kommentare

Wann wird die Liste jener Ärzte veröffentlicht, die Patientendaten weiterverkauft haben ? Wie sollen sich Patienten vor diesen geldgierigen Typen schützen ?

Ignaz-Kutschnberger
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Ich hatte mal als Kind starke Mandelentzündung...der Arzt meinte damals: Bist du heiratest, ist es wieder gut...
Ich frage mich heute, wie konnte der Typ das damals schon wissen
...später hörte ich dann, er sei in die USA ausgewandert und arbeite jetzt bei der NSA

brabus melden

... und die anderen verkaufen für einen Judaslohn ihre Patienten.

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Diese Weitergabe ist sehr positive und ermöglich viel Forschungsarbeit. Wie sollten sonst Behandlungen optimiert, untaugliche Behandlungen ausgeschlossen warden, wenn man nicht große Mengen von Daten für die Forschung zur Verfügung hat?

Diese Datenschutzhysteriker wollen mal wieder unter dem Deckmantel "Datenschut" der Geselllschaft scheren Schaden zufügen.

brabus melden

Founder, Sie verwechseln Analyse mit Datenmissbrauch.

vor einigen jahren - ca 5 hat mich mein hausarzt gebeten bei der damaligen ärzte demo gegen datenfreigabe teilzunehmen, er erklärte mir schon damals zu was evtl kommen würde. damals wurden die streikenden doks die sich unter anderem weigerten vertreter von pharmaindustrie zu empfangen ziemlich ausgegrenzt. da ich damals über monate hinweg behandelt werden musste, ergab es sich, dass ich zur urlaubsvertetung musste-der nette herr bemängelte dass ich kein *markenprodukt* nahm und gab mir anstatt eines rezeptes mehrere packerl *werbegeschenken*-vor genau solch verhalten hatten mich mein hausarzt gewarnt und somit legte ich 50€ hin und sagte ich hätte meine e card nicht dabei und wüsste meine nummer nicht auswendig-welche daten man an wen hergibt obliegt jedem menschen selbst. ich kann es gerade den kassenärzten nicht verdenken, dass sie ihr gehalt aufbessern. schaut euch mal eure abrechnung der kasse an-für einen *normalen* besuch bekommt ein allgemeinmediziner € 30- davon versicherung (die leute sind sehr klagefroh und die versicherungen sehr teuer), miete der ordination, gehälter, geräte usw abgezogen, bleibt am ende weniger als ein topmanager verdient (zb ein salesmanger der pharmaindustrie)-die sache hat auch gewisse vorteile, da man so nebenwirkungen und dauer der krankheit zu den medikamenten zurückführen kann-allerdings zum harvesten privater daten und zur evtl weitergaben krankheitsgeschichten an arbeitgebersollte man sich mit seinem dok vor behandlung einen beratungstermin ausmachen-meiner war absoluter gegner von solchen machenschaften

Was für eine Schwei**rei und die Ärztekammer wußte davon natürlich nichts !

Die Namen dieser Ärzte würden mich inzwischen brennend interessieren :-) Hat wer die Nummer vom Snowden? Der hat da sicher a Liste oder so...

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