Das Wissen um die eine Million: Kannte die
Immofinanz gegnerisches Buwog-Angebot?

Sickerte Info bei Treffen mit Grasser & Co durch? FORMAT deckt den Hinweis auf ein Angebotslimit auf

Das Wissen um die eine Million: Kannte die
Immofinanz gegnerisches Buwog-Angebot? © Bild: APA/Fohringer

Eine Million Euro haben - oder nicht: Das kann den entscheidenden Unterschied ausmachen. Sogar, wenn es um den Verkauf eines milliardenschweren Immobilienpakets geht: Beim Buwog-Verkauf bot die Immofinanz mit einem Angebot von 961 Millionen Euro eben diese eine Million Euro mehr als die Konkurrenz von CA Immo - und bekam den Zuschlag. Neueste Recherchen von FORMAT untermauern den Verdacht, dass der siegreiche Bieter genau wusste, dass eine Million reichen würde, um das Rennen zu machen.

Beim Verkauf der Bundeswohnungen soll es vor der entscheidenden Bieterrunde ein Treffen mit Finanzminister "Grasser, seinem Kabinett und hohen Finanzbeamten" gegeben haben. Dabei soll die Information durchgedrungen sein, dass die CA Immo eine Finanzierungsgarantie der Bank Austria über nur 960 Mio. Euro habe - eine Million weniger als das erfolgreiche Angebot. In der ersten der beiden Bieterrunden hatte die CA Immo 928 Mio. Euro geboten, das "Österreich-Konsortium" hingegen nur 837 Mio. Euro.

"Ein damals Anwesender erinnert sich gegenüber FORMAT: 'Im Angebot der CA Immo fand sich der Hinweis auf eine Finanzierungsgarantie der Bank Austria über 960 Mio. Euro'", schreibt das Magazin. Das Treffen habe "wenige Tage" nach dem 4. Juni, an dem CA Immo und Immofinanz ihr erstes Angebot gelegt haben, im Finanzministerium stattgefunden. Die zweite Bieterrunde endete am 11. Juni.

Mit dem Wissen um das Limit der Finanzierungsgarantie sei auch der mögliche Höchstpreis der CA Immo klar gewesen, schreibt FORMAT.

Neuerliche Selbstanzeige von Meischberger
Walter Meischberger, der gemeinsam mit Peter Hochegger am 18. September Selbstanzeige erstattet hat, weil sie zusammen bei dem Deal 9,61 Mio. Euro (ein Prozent der Kaufsumme) als Provision erhalten aber nicht versteuert haben, habe am 24. September eine zweite Selbstanzeige erstattet, schreibt FORMAT. Wieder sei es um eine Provision gegangen, die Meischberger gemeinsam mit Hochegger bezogen und nicht versteuert habe und die über das zypriotische Konto der Briefkastenfirma Astropolis gelaufen sei. Meischbergers Anteil sei "über eine Gesellschaft des US-Bundesstaates Delaware (angeblich Omega International LLC) auf ein Konto Meischbergers in Liechtenstein geflossen". Meischberger und Hochegger sollen laut FORMAT in Summe 9,91 Mio. Euro von einer Constantia-Privatbank-Tochter erhalten haben. Schon bisher war bekannt, dass die 9,61 Mio. Euro aus der Buwog-Beratung von der CPB-Tochter ausgezahlt wurden.

Die weiteren Geldflüsse sollen sich auf "Beratung im Bereich Hoch-und Tiefbau der Porr Solutions Immobilien- und Infrastrukturprojekte GmbH für ein Projekt in Rumänien 2005-2007" bezogen haben. Von den 200.000 Euro Honorar sollen Meischberger 90 Prozent und Hochegger 10 Prozent erhalten haben. Außerdem habe Hochegger 2005 für Autobahnprojekte in Ungarn Geld erhalten, schreibt FORMAT. "Insgesamt sollen so laut Gerichtsakt mehrere Hunderttausend Euro hinterzogen worden sein".

Offen ist auch noch, ob die Selbstanzeigen von Meischberger und Hochegger strafbefreiend betreffend der Steuerhinterziehung wirken. Denn die erste Anzeige sei am 17. September beim Staatsanwalt eingegangen, einen Tag vor der ersten Selbstanzeige der beiden. Auch "hegt die Anklagebehörde ernste Zweifel daran, dass Meischberger alle Karten auf den Tisch gelegt hat", heißt es im FORMAT. Das Magazin führt außerdem in Faksimile die "Anordnung der Durchsuchung" an, die als "Strafsache gegen MMag Dr. Karl Petrikovics, Dr. Peter Hochegger und Walter Meischberger" wegen Verdachts auf Abgabenhinterziehung geführt ist. Laut Staatsanwaltschaft Wien wird in der Buwog-Causa auch wegen des Verdachts auf Untreue ermittelt. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.
(apa/red)

Lesen Sie die ganze Story im aktuellen FORMAT 41/09 oder auf www.format.at

Kommentare

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KHG ist ueberreif fuer Stein Es wird an der Zeit dass dieser korrupte KHG zum Elsner gesperrt wird. Nicht nur, dass seine "Freunde" und wahrscheinlich er den Staat als Selbstbedienungsladen sehen, hat er den Steuerzahler massiv geschadet weil kein fairer Bieterkampf und damit guter Preis erzielt wurde.
Ein Fall für das Gefängnis

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Dem Grasser kanns egal sein ... der hat sich durch die Fiona und deren Steinchen eh schon
abgesichert und was seine "Freunde" da gemacht haben,
von dem weiß er natürlich überhaupt nichts;) Wie auch,
wer redet denn schon mit Freunden ... noch dazu, wenn
alle am gleichen Projekt arbeiten;)

Es gilt zwar die Unschuldsvermutung, aber nur ein wirklich
Dummer würde glauben, dass es so eine Verkettung von
Zufällen tatsächlich gibt;)

Aber egal ... der Steuerzahler wird das Defizit schon
richten, während die Manager mit ihren Provisionen
und weltweiten Konten ihre Millionen für die Pension
bunkern;)


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Re: KHG ist ueberreif fuer Stein Wetten das der KHG wieder sagen wird: "Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts!" Außerdem kann man den Grasser derzeit nicht zum Elsner nach Stein sperren weil der Elsner zur Zeit wieder einmal auf Staatskosten in einer Klinik Urlaub macht!

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