Das Verkehrskonzept in Salzburg steht fest:
Chaos ums Stadion soll verhindert werden

Bus, Bahn, PKW, Flugzeuge und Reisebusse Shuttle-Dienste verbinden Airport, Stadt und Stadion

Noch sind nicht alle Details fixiert, weil sich eine Reihe von Reiseveranstaltern noch nicht definitiv festgelegt haben. Aber im Wesentlichen steht das Verkehrskonzept rund um das Stadion Wals-Siezenheim in Salzburg für die EURO 2008. Alfred Denk, Leiter der Stadionbetreiber-Gesellschaft, hat der APA seine Konzepte für öffentliche Busse, Bahnverbindungen, Shuttle-Dienste zwischen Großparkplätzen, Innenstadt, Flughafen und Stadion sowie sein Pkw- und Reisebus-Leitsystem erläutert.

Die meisten Fans, das habe die Auswertung der Mannschafts-Auslosung ergeben, werden organisiert kommen, so Denk. Besonders die Griechen werden sich Zimmer in der Stadt und vor allem in den Umlandgemeinden nehmen und von dort überwiegend mit privat organisierten Bussen in die Stadt fahren. Diese Reisebusse werden wie Pkw behandelt. Die Passagiere sollen also nicht beim Stadion abgesetzt und wieder eingesammelt werden, sondern auf den Großparkplätzen Messezentrum und Schwarzenbergkaserne in Shuttlebusse umsteigen und ins Stadion verfrachtet werden.

Über hundert Shuttle-Busse
Für diese Shuttlebusse hat Denk die Busunternehmer Dr. Richard, Albus, Stadtwerke und Postbus zu einem Pool organisiert. Zusammen stellen diese Firmen deutlich über hundert Busse, die an den Spieltagen permanent zwischen Grießgasse in der Salzburger Innenstadt, den beiden Großparkplätzen beim Messezentrum und in der Schwarzenbergkaserne und dem Stadion pendeln werden. Bis 01.00 Uhr sollen diese Busse bedarfsorientiert die städtische Runde drehen beziehungsweise die Fans im "Nachtstern", das ist ein von Salzburg aus sternförmig in die Umlandgemeinden reichendes Busnetz, in ihre Quartiere zurück bringen.

Die ÖBB haben zwischen Bahnhof und Stadion Sonderzüge im zehn Minuten-Takt installiert, mit denen in den zwei Stunden vor den Spielen je 12.000 Leute transportiert werden können. Ob ein Shuttle zwischen Stadion und Flughafen eingerichtet wird, ist noch offen, weil sich vor allem die Flugreise-Veranstalter noch nicht auf die Anzahl von Passagieren und Flugzeugen sowie genaue Flugzeiten festgelegt haben - das soll Anfang April klar gemacht werden. Laut Denk wird das Nacht-Flugverbot unangetastet bleiben, die Flughafen-Leitung überlege, die Terminals für Nacht-Quartiere bereitzustellen und die Passagiere am Tag nach den Spielen in ihre Heimatländer zu fliegen, so Denk. Die Kapazitäts-Obergrenze im Flugverkehr liege bei 3.000 bis 5.000 Gästen pro Spieltag.

Ohne Pkw zum Stadion
Für die Pkw der Fans ist das Stadion tabu, die 2.000 Stellplätze vor der Fußballarena sind für die UEFA und deren Partner reserviert. Beim Messezentrum stehen aber 2.400 Stellplätze und in der Kaserne 1.600 zur allgemeinen Verfügung. "Das reicht", so Denk, "in Summe haben wir 6.000 Parkplätze, in jedem Pkw werden zirka drei Personen sitzen. Damit haben wir rund 18.000 Stadion-Besucher versorgt." Die Abwicklung und Umleitung der Auto-Schlangen soll durch eine verbesserte Anbindung zu Autobahn erleichtert werden. Der Anschluss Siezenheim, soll von einem Halb-Anschluss zu einem Voll-Anschluss ausgebaut werden. "Das kostet 120.000 Euro, aber dieser Ausbau ist ohnehin verkehrspolitisches Ziel des Landes."

Sämtliche Shuttlebusse und Züge sind mit dem Stadionticket gratis benützbar. Bei den ÖBB und der SBB sind die Match-Tickets bis 12.00 Uhr des Folgetages auch im Fernverkehr gültig, so dass zum Beispiel eidgenössische Stadionbesucher damit sogar bis heim in die Schweiz fahren können.
(apa/red)