Das merkwürdige Verhalten der Handyuser:
Vielredner, Handyborger & Erreichbarkeit

Aktuelle Studie zeigt die Unbeholfenheit ohne Handy Die Steirer verdrängen die Wiener als Vieltelefonierer

Das merkwürdige Verhalten der Handyuser:
Vielredner, Handyborger & Erreichbarkeit © Bild: nokia

Im Vergleich zu allen anderen Bundesländern legen die Wiener Handy-UserInnen am meisten Vertrauen an den Tag, wenn es um Anrufe mit unterdrückter Nummer geht: 78 % der UserInnen nehmen Gespräche auch an, wenn sich der Anrufer nicht zu erkennen gibt. Auch beim Ausleihen des Handys gibt es einen Vertrauensvorschuss: 35 % der WienerInnen können sich vorstellen, ihr Handy für mehr als nur ein spontanes Gespräch herzuborgen.

Wenn es um das Vertrauen bei der Handynutzung geht, belegen die WienerInnen Platz eins vor allen anderen Bundesländern. Denn ein Anruf wird trotz unterdrückter Nummer von beinahe acht von zehn TeilnehmerInnen entgegengenommen. Gleich nach den Wiener Handy-UserInnen folgen die NiederösterreicherInnen mit 73 % und die Vorarlberger Handy-UserInnen mit 67 %. Als wichtigster Grund für Nicht-Abheben bei unterdrückter Nummer wird österreichweit die Sorge vor Belästigungen - beispielsweise durch Telefonverkäufe - angegeben.

Verleihen? Kein Problem
Vertrauen wird auch beim Verleihen signalisiert, denn immerhin hat jede/r dritte WienerIn (35 %) nichts dagegen, jemandem anderen das Handy für mehr als nur ein spontanes Gespräch zu borgen. Alle anderen ÖsterreicherInnen würden es nicht herborgen - Grund dafür ist für 39 % die Angst vor anfallenden Kosten. "Unsere jährliche Studie zum Verhalten der österreichischen Handy-UserInnen zeigt, dass das Handy zu einem persönlichen Begleiter geworden ist, auf den man nicht mehr verzichten möchte. Erstaunlich ist, dass die WienerInnen doch deutlich mehr Vertrauen im Umgang mit dem Handy an den Tag legen als alle anderen ÖsterreicherInnen.", erklärt Dipl.-Ing. Dr. Boris Nemsic, CEO Telekom Austria Group und CEO mobilkom austria.

Erreichbarkeit, immer und überall
91 % der WienerInnen achten darauf, dass ihr Handy immer genügend aufgeladen ist. Damit stehen sie bei den Umfrageergebnissen an erster Stelle vor allen anderen Bundesländern. Dieser sorgsame Umgang ist auch sehr bezeichnend für den Wunsch nach ständiger Erreichbarkeit: 90 % der WienerInnen wollen für PartnerIn, Familie und Freunde jederzeit erreichbar sein. Das Handy steht an zweiter Stelle bei jenen Gegenständen, ohne die man das Haus nicht verlässt:
97 % tragen immer die Brieftasche mit sich, 90 % der WienerInnen gehen nicht ohne ihr Handy aus dem Haus. Sollte es einmal vergessen werden, geben 41 % an sich unwohl zu fühlen.

Kein Leben ohne Handy
Am wenigsten verzichten können die WienerInnen auf Internet (3 %), Handy (4 %) und Bankomatkarte (4 %). Damit liegen die WienerInnen im österreichweiten Trend. Im Vorjahr haben die Handy-UserInnen der Bundeshauptstadt noch am meisten telefoniert, dieses Jahr wurden sie von den SteirerInnen mit rund 13 Handy-Telefonaten am Tag abgelöst. Wochentags führen die WienerInnen etwa neun Telefonate, am Wochenende etwa sieben. Als beliebteste Handyfunktion neben der Sprachtelefonie kristallisiert sich die Uhr heraus (60 %), gefolgt von SMS (54 %).

Bereits zum achten Mal
Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut GfK Austria hat bereits zum achten Mal das Verhalten der österreichischen Handy-UserInnen untersucht. Dabei wurden heuer im März und April österreichweit 1.000 Handy-UserInnen ab 12 Jahren befragt. (red)