Das Uni-Massaker: 2 Stunden Todesangst

Der schlimmste Amoklauf in der Geschichte der USA Zwei Österreicher überlebten schwer geschockt den Amoklauf eines Studenten an der Virginia Tech.

Das Uni-Massaker: 2 Stunden Todesangst

Einsamer Killer: Aus verschmähter Liebe tötete der Student Cho Seung-Hui 32 Kollegen. Hintergründe einer Irrsinnstat. Keiner sollte entkommen: Der Täter hatte alle Eingangstore verriegelt.

Der Morgen war eisig. Schnee fiel, als um 7.15 Uhr Schüsse die Stille am Campus der Universität Virginia Tech in Blacksburg durchbrachen. Der Horror begann im Trakt „West Ambler Johnston“, wo 900 Studenten wohnen. Darunter die 19-jährige Emily Hilscher und der 22-jährige Ryan Clark. Sie waren Nachbarn; vielleicht auch mehr.

Der 23-jährige Cho Seung-Hui dürfte auf jeden Fall davon überzeugt gewesen sein, dass seine Exfreundin Emily, eine Biologiestudentin, und der angehende Nervenarzt Ryan ein Paar waren. Keiner überlebte und kann erzählen, was geschah. Sicher ist nur: Cho streckte erst Emily, dann Ryan mit tödlichen Salven nieder. Und ging. Später wurde sein wirrer Abschiedsbrief gefunden, in dem der Einwanderersohn aus Südkorea gegen „reiche Scharlatane und deren Lotterleben“ wettert und mit dem Satz schließt: „Ihr habt mich gezwungen, dies zu tun.“

Ruhe vor dem Sturm. Um 9.26 Uhr erreicht eine E-Mail mit höchster Prioritätsstufe alle 28.000 Studenten und Lehrer, die am weitläufigen Campus der renommierten Universität leben und arbeiten: „Darin stand, dass es in einem Schlafraum zu einer Schießerei gekommen ist, dass die Polizei den Vorfall untersucht. Sehr beunruhigt war ich nicht“, so Georg Reichard, ein Österreicher, der seit zwei Jahren an der Uni lehrt. Ähnlich gelassen blieben die Sicherheitskräfte: „Wir riegelten das Gebäude und den Schauplatz des Verbrechens ab, dachten, der Täter sei geflohen“, muss Polizeichef Wendell Flinchum später seinen tragischen Irrtum zugeben.

Schon um acht Uhr früh hatte der Unterricht stundenplanmäßig begonnen. Auch als der Doppelmord bekannt wurde, ging der Lehrbetrieb weiter. Niemand wähnte sich in Gefahr. Doch 15 Minuten nach der ersten E-Mail an alle Studenten, um 9.45 Uhr, begann erst der eigentliche Horror. Cho war nicht geflohen, sondern hatte aus seinem Zimmer Munition geholt, um jetzt seinen Blutrausch fortzusetzen. Zirka 600 Meter von den Schlafräumen entfernt hallten erneut Schüsse über den Campus: Dieses Mal in der „Norris Hall“, wo technische Gegenstände unterrichtet werden.

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PLUS: Eine Studentin und ein Professor aus der Steiermark waren vor Ort